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Soldaten töten Palästinenser im Westjordanland

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Tel Aviv (dpa) - Neue Gewalt im Westjordanland: Israelische Soldaten haben am Sonntag östlich von Nablus einen Palästinenser erschossen. Eine Armeesprecherin teilte mit, der Mann habe sich mit einer zerbrochenen Glasflasche in der Hand einer Militärsperre östlich von Nablus genähert.

Die Soldaten hätten ihn aufgefordert, stehenzubleiben. Als er nicht reagierte, eröffneten sie den Angaben zufolge das Feuer. Man habe befürchtet, der Mann wolle mit dem Glas auf sie einstechen. Im Westjordanland sind solche tödlichen Zwischenfälle in den letzten Jahren selten geworden.

Palästinensische Augenzeugen berichteten, der 21-Jährige habe die Arme in die Höhe gestreckt, um sich zu ergeben, bevor drei Soldaten aus nächster Nähe das Feuer auf ihn eröffneten. Die Armeesprecherin sagte, der Vorfall werde noch untersucht. Am Samstag war im Westjordanland ein Palästinenser festgenommen worden, nachdem er versucht hatte, zwei israelische Soldatinnen mit einem Messer anzugreifen.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht zum Sonntag erneut Angriffe auf Ziele im Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Menschen verletzt. Die Armee teilte mit, es seien ein Terrorzentrum der Organisation Hamas sowie eine Waffenschmiede beschossen worden. Die Angriffe wurden als Reaktion auf einen Raketenangriff militanter Palästinenser auf eine Ortschaft in der israelischen Wüste Negev bezeichnet. Im vergangenen Jahr seien 235 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

In Israel wurde am Sonntag eine Deutsche bei einem Protest gegen den Tod einer palästinensischen Demonstrantin festgenommen. Ein israelischer Polizeisprecher teilte mit, die deutsche Touristin sei mit zehn weiteren Menschen an Ausschreitungen vor der Residenz des US-Botschafters in Herzlija bei Tel Aviv beteiligt gewesen. In der Nacht zum Sonntag hätten die Demonstranten einen alten Tränengasbehälter sowie eine Kette auf das Haus des Botschafters James Cunningham geworfen.

Sie drückten damit ihren Zorn über den Tod einer palästinensischen Demonstrantin bei Protesten gegen die israelische Sperranlage im Westjordanland aus. Jawaher Abu Rahma war am Samstag in einem Krankenhaus in Ramallah an den Folgen einer Tränengasvergiftung gestorben. Die Frau von Mitte 30 hatte am Freitag an den wöchentlichen Protesten gegen die Sperranlage in Bilin teilgenommen. Nach Angaben von Demonstranten setzte die israelische Armee massiv Tränengas ein. Ihr Bruder Bassem Abu Rahma war im April 2009 ebenfalls bei Protesten gegen die Sperranlage getötet worden.

Israel hatte die Sperranlage im Westjordanland nach zahlreichen palästinensischen Selbstmordanschlägen im Kernland errichtet. Die Palästinenser sehen die Anlage als Teil eines systematischen israelischen Landraubs, weil sie zu großen Teilen auf palästinensischem Gebiet verläuft.

Bereits am Samstag waren vor dem Verteidigungsministerium in Tel Aviv acht Demonstranten festgenommen worden, die gegen den Tod Abu Rahmas protestierten. Die Armee veröffentlichte Bilder von Demonstranten mit Steinschleudern, um zu beweisen, dass die Proteste in Bilin nicht friedlich verliefen.

Konflikte / Nahost
02.01.2011 · 13:44 Uhr
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