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Söldnerfirma Blackwater: Aufträge unter Fremdnamen

Erik Prince, hier bei einer Anhörung im Kapitol in Washington 2009, Gründer und Chef der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater, heute XE Services.Großansicht

Washington (dpa) - Die umstrittene US-Söldnerfirma Blackwater, die inzwischen unter dem Namen XE Service arbeitet, macht weiter Negativ-Schlagzeilen.

Nach Informationen der «New York Times» hat das Unternehmen insgesamt 31 Tochterfirmen gegründet, um unter dem Deckmantel anderer Namen weitere Aufträge der US-Streitkräfte und -Geheimdienste zu ergattern. Das habe der Streitkräfteausschuss des Senats ermittelt, schreibt das Blatt (Samstag). Einige dieser Ableger hätten ihren Sitz in ausländischen Steuerparadiesen.

Mindestens drei dieser Blackwater-Töchter hätten vom Geheimdienst CIA Aufträge erhalten. Die Organisation allein habe mit Blackwater und dem Netzwerk aus Tochterunternehmen seit 2001 Geschäfte in Höhe von 600 Millionen Dollar (465 Mio Euro) abgeschlossen. Darunter ist auch ein neuer Auftrag über 100 Millionen Dollar für Einsätze in Afghanistan.

Der Vorsitzende des Senatsausschusses, Carl Levin (Demokraten), rief das Justizministerium auf, zu untersuchen, ob Blackwater mit dem Auftritt unter Dutzenden Namen die US-Behörden bei Aufträgen getäuscht habe.

Die Firma war in der Vergangenheit wiederholt in Skandale verwickelt. Nachdem das Unternehmen wegen der Erschießung von 17 Zivilisten in Bagdad 2007 in die Kritik geraten war, benannte es sich in XE Services um. Das US-Außenministerium hatte Blackwater damals Aufträge zum Schutz von Mitarbeitern und Konvois im Irak entzogen.

Erst kürzlich schloss die Firma einen Vergleich mit der US- Regierung wegen fast 300 Verstößen gegen Ausfuhrgesetze in den Jahren 2003 bis 2009. Er umfasst die Zahlung von 42 Millionen Dollar (33 Mio Euro) Strafe, damit ihr strafrechtliche Schritte erspart bleiben. Nach dem Vergleich wird der Betreiber einer 40 000 Mann starken Privatarmee aber nach Angaben des US-Außenministeriums weiterhin Regierungsaufträge erhalten können.

In Medienberichten hatte es zuvor geheißen, dass der Firma mit Sitz in South Carolina unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen würden. Unter anderem werde ihr angelastet, ein Waffengeschenk an den jordanischen König Abdullah mit falschen Papieren verschleiert zu haben.

Ursprünglich hatte die Regierung Blackwater zum Schutz von US- Soldaten und diplomatischem Personal im Irak und in Afghanistan angeheuert. Mit der Zeit wuchs die Privatarmee immer mehr und erledigte auch Aufträge für die CIA. So sollen Blackwater-Söldner an Folter-Verhören in Geheimgefängnissen des US-Geheimdienstes beteiligt gewesen sein.

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Verteidigung / USA
04.09.2010 · 14:58 Uhr
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