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Smileys sollen Restaurant-Hygiene kennzeichnen

Ein Lebensmittelkontrolleur begutachtet die Küche im Wiesbadener Karstadt- Restaurant. (Archivbild von 2004)Großansicht

Potsdam (dpa) - Verbraucher sollen künftig auf einen Blick erkennen können, wie es um die Sauberkeit in Restaurants steht.

Denkbar ist eine Einstufung mit Smiley-Piktogrammen nach dem Vorbild Dänemarks - auf jeden Fall aber soll es bundesweit einheitliche Kriterien für die Kontrolle von Lebensmittelbetrieben geben. Darauf verständigten sich die Verbraucherminister bei ihrer Konferenz in Potsdam. «Das Ergebnis ist einstimmig ausgefallen», sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU).

Bis Ende des Jahres soll ein Konzept für eine bundesweite Bewertung stehen. Eine Arbeitsgruppe soll Details klären. Grundlage sollen die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen der Länder sein. Auf dieser Basis will Aigner dann tätig werden. Kontrollen und System müssten für die Länder praktikabel und umsetzbar sein, betonte sie.

Der Verbraucher müsse jedoch über Ländergrenzen hinweg auf ein transparentes System vertrauen können. «Deshalb brauchen wir eine einheitliche Lösung», sagte Aigner. Die Kennzeichnung dafür sei zunächst zweitrangig: «Das kann ein Smiley sein - oder fünf Kochlöffel.» Die Details müssten geklärt werden.

Die Arbeitsgruppe muss eine Fülle von Fragen klären, wie die Länder verdeutlichten: Brandenburgs Verbraucherministerin Anita Tack (Linke) setzt sich für die Veröffentlichung aller Ergebnisse der Kontrollen ein - nicht nur jener, die den Gastwirten gefallen.

Ihr Kollege aus Baden-Württemberg, Rudolf Köberle (CDU), blieb bei der Skepsis gegenüber dem Smiley. Es seien auch viele juristische Fragen zu klären, sagte er. Die rheinland-pfälzische Ministerin Margit Conrad (SPD) betonte, es sei noch nicht klar, wie das System genau aussehen werde. Berlin bereitet nach einem Modellversuch die Einführung des Smiley-Piktogramms nach dänischem Vorbild vor.

Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure, zeigte sich zufrieden. «Wir sind froh, dass es nicht auf eine Insellösung hinausläuft», sagte der Vorsitzende Martin Müller. «Entscheidend ist aber, dass es genug Personal gibt, um die Kontrollen durchzuführen», sagte er. Ein Smiley dürften nur vergeben werden, wenn auch jeder Betrieb getestet werden könne. Dies sei bei derzeit bundesweit rund 2500 Kontrolleuren nicht möglich.

Bei Gastronomen stoßen die Pläne auf Ablehnung: Deutschland habe die strengste Lebensmittelhygiene-Verordnung in Europa, betonte der Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Sachsen-Anhalt. Würden diese konsequent angewendet, sei ein Smiley überflüssig, sagte der Vize-Hauptgeschäftsführer Manfred Eichmann der in Halle erscheinenden «Mitteldeutschen Zeitung» (Samstag).

Verbraucher / Konferenz
17.09.2010 · 17:06 Uhr
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