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Skepsis in der Marine über "Gorch Fock"-Aufklärung

Kiel (dts) - Auf immer größere Skepsis innerhalb der Marine stößt die Aufklärung jener Vorgänge auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock", die im vorigen November zum Tod einer Offiziersanwärterin führten. Das meldet der "Spiegel". Im Zentrum steht dabei eine mögliche Befangenheit des Leiters der Havariekommission, Michael Brühn.

Der Kapitän zur See war nicht nur langjähriger Kommandant des Segelschiffs, sondern führte auch das Kommando auf der Heimfahrt der "Gorch Fock" über den Atlantik. Brühn war damit mehr als ein Vierteljahr Vorgesetzter der Offiziere und Unteroffiziere, die allesamt Betroffene der Ermittlungen der Havariekommission waren. Ein Sprecher der Marine bestreitet eine mögliche Interessenkollision aus Brühns Doppelrolle. Die Havariekommission hatte in der vorigen Woche nach fünf Monaten ihre Arbeit abgeschlossen. Marine-Inspekteur Axel Schimpf soll die Erkenntnisse nun bewerten und im Juli Verteidigungsminister und Parlament einen Abschlussbericht vorlegen. Unklar ist, wie die Erkenntnisse der Kieler Staatsanwaltschaft gewürdigt werden. Die Ermittlungsbehörde hatte zwar keine Indizien für die Mitschuld einzelner Offiziere oder Besatzungsmitglieder am Tod der Kadettin gefunden und das Verfahren eingestellt. Gleichwohl listete sie "verschiedene Umstände" auf, die "begünstigt haben dürften", dass die Offiziersanwärterin am zweiten Tag ihrer Dienstzeit an Bord aus der Takelage stürzte. So hätten sowohl klare Regelungen für die Segelvorausbildung gefehlt als auch eindeutige Vorgaben für die Ausbilder, beispielsweise Erschöpfung und Überanstrengung der Kadetten zu melden.
DEU / Militär / Schifffahrt
26.06.2011 · 09:53 Uhr
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