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Silvester in Berlin: «Das muss man erlebt haben»

Bei der Open-Air-Silvesterparty auf der zwei Kilometer langen Festmeile entlang der Straße des 17. Juni in Berlin feierten rund eine Million Menschen Silvester. Foto: Britta PedersenGroßansicht

Berlin (dpa) - Einmal im Leben: Für Hunderttausende Besucher aus Deutschland und der ganzen Welt ist die Silvesterparty am Brandenburger Tor ein einzigartiges Erlebnis. Geschiebe und Geschubse inklusive.

Der kleine Junge reißt die Augen weit auf, als er auf den Schultern seines Vaters über die Menschenmenge schwebt. «Das sind ja Hundert-Millionen-Tausend», ruft er staunend. Die Silvestersause am Brandenburger Tor ist ein eindrucksvolles Spektakel, dessen Fernsehbilder um die Welt gehen - und das auch jedes Jahr viele Touristen in die Hauptstadt lockt. Die Partygänger kommen aus Frankreich und Italien, Polen und Holland, die Straße des 17. Juni verwandelt sich in eine pulsierende Tanzfläche. Für viele ist die Megaparty etwas ganz Besonderes: «Ich wollte es einmal erleben, ich habe immer gesagt, ich möchte einmal Silvester am Brandenburger Tor sein», erzählt eine Frau.

Hunderttausende tun es ihr gleich und feiern vor der historischen Kulisse ins neue Jahr. Sie rocken mit den Scorpions, liegen sich zu Songs von Cassandra Steen in den Armen und singen kurz vor Mitternacht mit Udo Jürgens: «Siebzehn Jahr, blondes Haar».

«Dass wir das noch erleben dürfen», sagt Gerd Schüngel strahlend, während sein Blick über Scharen ausgelassen tanzender Jugendlicher gleitet. Er und seine Frau Inge sind eigens für Silvester mit einem befreundeten Paar aus dem Ruhrgebiet in die Hauptstadt gekommen. Vor der Hauptbühne, durch deren transparente Verkleidung Berlins Wahrzeichen zu sehen ist, bewundern sie die Szenerie. Lichtkegel bohren sich in den Himmel, Scheinwerfer zucken im Takt der Musik.

«Hier am Brandenburger Tor zu stehen, ist einfach toll», sagt Inge Schüngel begeistert. «Das muss man mitgemacht haben.» Sie schwärmt von der Stimmung: «Die jungen Leute harmonieren unheimlich toll miteinander, jeder ist ein Freund.» Die Partygänger feiern friedlich, die Polizei muss nur selten einschreiten, heißt es vom Veranstalter.

Dabei feiert jeder auf seine eigene, ganz persönliche Art: Eine Gruppe junger Italienerinnen geht langsam in die Knie und singt dabei mit hohen Stimmen einen italienischen Trinkspruch: «Brindisi, schalalalala!» Einige andere versuchen seelenruhig, in der eng zusammenstehenden Menschenmasse einen Paartanz zu spanischer Gitarrenmusik hinzulegen. «Lieber hier Straßenfest mit 'ner Million als daheim mit der Familie sitzen», sagt ein Mann, der schon zum dritten Mal bei der Mega-Party ist - auch wenn das Gedränge mitunter groß ist.

Doch spätestens, als um Mitternacht Glitzer-Konfetti über die Feiernden geschossen wird und Raketen den Himmel golden färben, ist das Ungemach der Drängelei vergessen. Handys werden gen Himmel gereckt, um das spektakuläre Feuerwerk zu filmen, Korken knallen - und mit Sekt im Plastikbecher stoßen die Menschen lachend auf das neue Jahr an.

Gesellschaft / Jahreswechsel / Silvester / Berlin
01.01.2012 · 21:31 Uhr
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