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Sigmar Gabriel: Kein Schnellverfahren gegen Sarrazin

Sigmar Gabriel hat sich nicht von allen Thesen Thilo Sarrazins distanziert. (Archivbild)Großansicht

Berlin (dpa) - Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat dem vom Parteiausschluss bedrohten Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin in der Sache teilweise Recht gegeben. Jedoch werde sich die Partei gründlich mit Sarrazins Aussagen beschäftigen.

Der Grund für das Ausschlussverfahren sei nicht Sarrazins Beschreibung der Integrationsprobleme in Deutschland, sagte Gabriel am Samstag. «Ich finde, vieles, was er darin beschreibt, erleben wir ja. Ist doch gar keine Frage. Dafür muss er auch nicht aus der SPD und schon gar nicht aus der Bundesbank fliegen.»

Der Grund für den angestrebten Ausschluss Sarrazins sei vielmehr die «Kernthese» in dessen Buch, wonach die Integrationsprobleme damit zu tun hätten, «dass Menschen genetisch disponiert sind und bestimmte Verhaltensweisen sich nicht etwa kulturell vererben, sondern genetisch, biologisch». Wer im Geschichtsunterricht etwas aufgepasst habe, wisse, wo eine solche Argumentation enden könne. «Ich unterstelle ihm gar nicht, dass er da enden will.» Aber die SPD müsse eben darauf achten, dass es nicht beliebig sei, «welches Menschenbild man vertritt».

Außerdem werde die SPD ihr Mitglied Thilo Sarrazin nicht im Schnellverfahren ausschließen. «Es gibt keinen kurzen Prozess oder so was», sagte Gabriel. Sarrazin werde auch von der Partei angehört werden. Sarrazin soll auch als Vorstandsmitglied der Bundesbank entlassen werden. Gabriel wandte sich gegen die Behauptung des Berliner Ex-Senators, gegen ihn laufe «eine Art politischer Schauprozess». Der SPD-Chef dazu: «Das Verfahren der Bundesbank ist in der Öffentlichkeit auch überprüfbar.»

Migration / Integration / Bundesbank / SPD
05.09.2010 · 09:52 Uhr
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