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Serienvergewaltiger muss zehn Jahre hinter Gitter

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Düsseldorf (dpa) - Mit einer perfiden Masche gelang es einem Schlosser aus der Eifel, sich von etwa 150 Frauen befriedigen zu lassen. Dafür bleibt er straffrei. Wegen einer Serie von Vergewaltigungen muss der sexsüchtige Familienvater dennoch für zehn Jahre hinter Gitter.

Der Prozess endete, wie er begonnen hatte: mit Tränen des Angeklagten. «Ich kann mich nur bei allen entschuldigen», schluchzte der 46-Jährige aus der Eifel, kurz bevor am Montag nach kurzem Prozess das Urteil am Düsseldorfer Landgericht fiel. Zehn Jahre muss der Schlosser hinter Gitter; untergebracht wird er in der geschlossenen Psychiatrie. Ein Gutachter hatte bei dem Familienvater eine krankhafte Sexsucht festgestellt. Weil der Angeklagte geständig war, konnte der Prozess um eine der längsten Serien von Vergewaltigungen in Deutschland und benachbarten Ländern nach nur zwei Verhandlungstagen abgeschlossen werden.

Hunderte Sexualtaten gehen auf das Konto des Mannes aus Rheinland-Pfalz. Allerdings kann er für die meisten davon juristisch nicht belangt werden. Der Mann näherte sich in den vergangenen 20 Jahren rund 1000 Mal Frauen mit einer Mitleidsmasche. Er täuschte eine Behinderung vor und bat etwa beim Toilettengang um Hilfe. Etwa 150 Frauen konnte er dabei überreden, ihn zu befriedigen.

Die Tränen des Mannes vor Gericht seien allerdings echt, hatte der Gutachter betont. «Wenn jemand unter seiner eigenen Sexsucht leidet, dann ist das therapierbar», sagte der Psychiater beim Prozessauftakt vor zwei Wochen. Sollte der Vergewaltiger vor Ablauf der Haftzeit als geheilt eingestuft werden, muss er dennoch den Rest der Strafe im Gefängnis absitzen.

Auch in Belgien und den Niederlanden soll er sein Unwesen getrieben haben. Doch diese elf Vergewaltigungen waren ebenso wenig Gegenstand des Verfahrens wie die Mitleidsmasche. Letztlich ging es um neun Fälle seit 1998 in Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen und Krefeld. In Belgien könnte auf Jörg Peter P. ein weiterer Prozess zukommen. Das Land hat seine Auslieferung beantragt. «Wir werden jetzt prüfen, ob er ausgeliefert wird», sagte der zuständige Staatsanwalt Johannes Mocken am Montag. Derzeit spreche nichts dagegen.

Staatsanwalt Eberhard Harings sprach von einer «ganz massiven Form» von Sexualdelikten und hatte zwölf Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger sagte, sein Mandant sei Triebtäter und habe die Delikte nicht aus Spaß am Leid der Opfer begangen. Angemessen seien acht Jahre Gefängnis. Das Gericht legte sich mit zehn Jahren Haft auf die Mitte fest. Das Urteil ist rechtskräftig.

Prozesse / Kriminalität / Urteile
11.10.2010 · 17:03 Uhr
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