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Serbischer Präsident kündigt Ermittlungen gegen Mladics Fluchthelfer an

Belgrad (dts) - Serbiens Staatspräsident Boris Tadic hat Ermittlungen gegen die Fluchthelfer des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic angekündigt und dabei mögliche Verwicklungen bis in höchste Regierungskreise angedeutet. Auf die Frage, ob die anstehenden Untersuchungen zu den Hintergründen von Mladics Dauerflucht für einige serbische Politiker und womöglich sogar frühere Ministerpräsidenten unangenehme Folgen haben könnten, antwortete Tadic im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe): "Schon möglich. Das werden wir sehen. Aber ich will nichts präjudizieren. Fest steht, dass jeder, der daran beteiligt war, Mladic zu schützen oder zu verstecken, zur Verantwortung gezogen werden muss."

Die Öffentlichkeit werde "sehr bald" vom Direktor des serbischen Geheimdienstes darüber unterrichtet werden, wie Mladic sich fast 16 Jahre lang dem Zugriff der Justiz entziehen konnte. "Wir haben nichts zu verbergen", so der als Reformer geltende serbische Präsident. Er glaube, dass Mladic zumindest bis Anfang 2008 von staatlichen Stellen unterstützt wurde, sagte Tadic. Damals war in Belgrad der nationalistische Ministerpräsident Vojislav Kostunica an der Macht, seine Anhänger kontrollierten auch die Polizei und den Geheimdienst. Tadic zeigte sich unterdessen optimistisch, dass auch der letzte noch flüchtige Angeklagte des Haager Kriegsverbrechertribunals, Goran Hadzic, bald gefasst und ausgeliefert werde: "Wenn wir Karadzic und Mladic finden konnten, werden wir auch Hadzic finden."
Serbien / Justiz
03.06.2011 · 07:28 Uhr
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