myboni.de - Dein Bonusportal zum Geld verdienen.
 
News
 

Seoul will Schiffstragödie vor UN bringen

Seoul warnt Nordkorea vor «Provokationen»Großansicht
Seoul/Washington (dpa) - Nach der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes droht der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu eskalieren. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak sagte am Montag, er werde das kommunistische Nordkorea für den Untergang zur Rechenschaft ziehen.

Bak kündigte einen Handelsstopp, ein Durchfahrverbot für nordkoreanische Schiffe und die Einschaltung des Weltsicherheitsrats an. Nordkorea müsse sich bei Südkorea und der internationalen Gemeinschaft entschuldigen und die Verantwortlichen bestrafen. US- Präsident Barack Obama stellten sich demonstrativ hinter Seoul.

Lee betonte in einer Fernsehansprache, dass Südkorea bei weiteren «Provokationen» auch vor scharfen militärischen Reaktionen nicht zurückschrecken werde. Nordkorea drohte unterdessen, auf die geplante Wiederaufnahme von Propaganda-Durchsagen Südkoreas an der beiderseitigen Grenze mit dem Beschuss von Lautsprechern zu reagieren.

Obama sagte, er unterstütze im Konflikt um den Untergang der Korvette «Cheonan» vor knapp zwei Monaten voll und ganz die Reaktion von Präsident Lee. Zugleich wies Obama die eigenen Militärs an, eng mit ihren südkoreanischen Kollegen zusammenzuarbeiten, «um künftige Aggressionen zu verhindern», teilte das Weiße Haus mit. Außenministerin Hillary Clinton warnte in Peking, Nordkorea habe eine «höchst brenzlige Situation» in der Region verursacht, die unter Kontrolle gehalten werden müsse. Das Regime müsse die Konsequenzen zu spüren bekommen und sein Verhalten ändern, «um eine Eskalation zu verhindern.»

Südkorea wirft seinem Nachbarn im Norden vor, die Korvette angegriffen zu haben. Südkorea stützt seine Vorwürfe auf die Untersuchungen eines internationalen Expertenteams, das den Untergang des Schiffs auf einen Torpedoangriff zurückgeführt hat. Bei dem Zwischenfall nahe der innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer wurden Ende März 46 Matrosen getötet. Nordkorea bestreitet, das Schiff versenkt zu haben.

Als Reaktion auf die geplanten Strafmaßnahmen Seouls beschimpfte ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission in Pjöngjang - das höchste Entscheidungsgremium des Landes - Lee als «Verräter». Nordkorea hatte zuvor für den Fall von Sanktionen mit «harten Maßnahmen bis zum Krieg» gedroht.

Falls Südkorea neue Instrumente der «psychologischen Kriegsführung» wie etwa Lautsprecher installiere, werde Nordkorea das Feuer eröffnen und diese zerstören, wurde außerdem ein Befehlshaber der nordkoreanischen Volksarmee zitiert. Das Verteidigungsministerium in Seoul hatte zuvor angekündigt, die anti-nordkoreanische Propaganda nach sechsjähriger Unterbrechung wieder aufnehmen zu wollen.

«Wir haben Nordkoreas Brutalität immer wieder hingenommen», sagte Lee in Anspielung auf verschiedene Anschläge Nordkoreas seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53). Lee nannte unter anderem den Abschuss eines südkoreanischen Passagierflugzeugs 1987. «Aber die Dinge haben sich jetzt geändert.» Südkorea werde keine Provokationen Nordkoreas mehr dulden. Falls die Gewässer Südkoreas, dessen Luftraum oder Territorium verletzt würden, werde das Land sofort von seinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch machen.

Die koreanische Halbinsel befinde sich an einem «kritischen Wendepunkt», warnte Lee. Jeder Austausch oder eine Zusammenarbeit mit Nordkorea sei unter den gegebenen Umständen sinnlos. Eine Ausnahme soll es für den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong und für humanitäre Hilfe für Kinder in Nordkorea geben.

Konflikte / Südkorea / Nordkorea
24.05.2010 · 17:17 Uhr
[2 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
23.05.2017(Heute)
22.05.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen