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Sektenguru als Kinderschänder verurteilt

München (dts) - Der Esoterik-Musiker Oliver S. ist heute zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht in München sah es als erwiesen an, dass S. in den Jahren 1985 bis 1998 vier Jungen mindestens 76 Mal sexuell missbraucht hat. Die Anklage hatte achteinhalb Jahre gefordert, die Verteidigung plädierte für höchstens vier Jahre Haft. Der 61-jährige hatte in seinem Schlusswort um ein mildes Urteil gebeten. S. hatte bereits am ersten Verhandlungstag eingeräumt, mit drei Jungen sexuelle Kontakte gehabt zu haben. Die Jungen sollen zum Tatzeitpunkt allerdings zwischen 15 und 17 Jahren alt gewesen sein, die Handlungen seien deswegen nicht strafbar gewesen. Vorwürfe der Ermittler, die den Sekten-Guru Kontakte mit Kindern zwischen 8 und 16 Jahren in Verbindung brachten, stritt er jedoch ab - zum Schluss allerdings ohne Erfolg. Oliver S. hat seit den 80er Jahren in einer religiösen Gemeinschaft in Portugal gelebt und verdiente seinen Lebensunterhalt durch den Verkauf religiöser Musik. Seine Position als Sektenführer und sein "väterliches" Verhältnis zu den Kindern seiner Anhänger machte er sich für seine Straftaten zu nutze. Bereits seit 2002 wurde er wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs international gesucht. Ende Juni diesen Jahres wurde er nach jahrelanger Flucht in Lissabon festgenommen und einen Monat später nach Deutschland ausgeliefert.
DEU / Justiz
04.12.2009 · 18:35 Uhr
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