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Seelsorger: Schlecker-Mitarbeiter wollen Klarheit

Die Schlecker-Beschäftigte und Betriebsrätin Singh kassiert in einer Filiale des Drogerie-Unternehmens. Bei vielen Beschäftigten herrscht das Prinzip Hoffnung vor. Foto: Marijan MuratGroßansicht

Ehingen/Ulm (dpa) - Viele Schlecker-Mitarbeiter wollen endlich Klarheit über ihre Zukunft bei der insolventen Drogeriekette Schlecker.

«Viele Frauen wollen, dass die Unsicherheit endlich vorbei ist, haben gleichzeitig aber Furcht vor der Entscheidung», sagte der katholische Betriebsseelsorger Alfons Forster der Nachrichtenagentur dpa in Ulm.

An diesem Freitag soll die Entscheidung der Gläubiger darüber fallen, ob und wie es mit Schlecker weitergeht. Derzeit arbeiten mehr als 14 300 Menschen bei Schlecker - ihnen droht Ende der Woche das Aus.

Forster ist seit der Insolvenz Schleckers im Januar mit etwa 50 Mitarbeiterinnen aus Ehingen, Ulm und Biberach in Gesprächen. Er betreute bereits einige der bundesweit 10 000 Frauen, die Ende März gekündigt wurden. Das Szenario könnte sich wiederholen. «Es ist schwierig, die Mitarbeiterinnen immer wieder zu motivieren», sagte Forster. «Es ist eine Belastungssituation.» Die gegenwärtig sehr ernste Lage koste die Beschäftigten sehr viel Energie, die sie jeden Tag neu aufbringen müssten. «Sie sagen sich trotzdem jeden Morgen: "Und morgen noch und morgen noch"», sagte Forster.

Hoffnung mache indes den Frauen vor allem, dass Änderungen beim Verkaufskonzept Schleckers mittlerweile sichtbar seien. «Die Preissenkung ist seit einigen Wochen ein Thema, was über Jahre hinweg nicht so war», sagte Forster. Der Seelsorger reist ebenfalls mit den Arbeitnehmervertretern aus Baden-Württemberg nach Berlin zur Betriebsrätekonferenz. Dort will er den Frauen - am Tag der Entscheidung - beistehen.

Handel / Drogerien
01.06.2012 · 07:59 Uhr
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