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Seehofer hält Austritt Griechenlands für denkbar

Berlin (dts) - CSU-Chef Horst Seehofer geht bei der Hilfe für Griechenland und der Debatte um die Zukunft der Europäischen Union auf Konfliktkurs zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Zwar wünsche er sich den Erfolg der Rettungsbemühungen für Griechenland, so Seehofer im Gespräch mit dem Nachrichten- Magazin "Der Spiegel". "Aber wenn die griechische Regierung und das Parlament diesen Weg nicht mehr gehen wollen oder können, dann sollten wir nicht darauf warten, bis uns die Finanzmärkte zur Einsicht in die Realität zwingen. Dann muss auch ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone denkbar sein", so der CSU-Chef.

Gefragt, ob er Merkels Einschätzung "Scheitert der Euro, scheitert Europa" teile, sagte Seehofer: "Nein. Diesen Zusammenhang sehe ich nicht. Ich glaube, dass die europäische Idee sehr stark ist. Sie lebt, sie ist unumkehrbar." Dem Ziel der Vereinigten Staaten von Europa und der Übertragung weiterer Kompetenzen nach Brüssel erteilte Seehofer eine klare Absage. "Das Problem ist doch die Überschuldung mancher Euro-Länder und nicht, dass es in Brüssel zu wenig Behörden gibt. Ich bitte darum, dass wir diese überflüssige Debatte über die Vereinigten Staaten von Europa jetzt beenden." Seehofer nahm FDP-Chef Philipp Rösler vor Angriffen aus der CDU in Schutz. "Ich habe Philipp Rösler bisher als toleranten Europabefürworter kennengelernt. Das heißt aber nicht, dass man schiefe Entwicklungen in Europa nicht beim Namen nennt und nicht versucht, eine Lösung zu finden." Bei der Abstimmung über den erweiterten Rettungsschirm EFSF Ende September strebt Seehofer eine Kanzlermehrheit an. "Ich meine, wir haben den Ehrgeiz, dass wir eine Kanzlermehrheit bekommen, sonst heißt es wieder, die Regierung sei gescheitert."
DEU / Parteien / Wirtschaftskrise
17.09.2011 · 19:20 Uhr
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