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Sechs Tote nach Hurrikan «Tomas» in Haiti

Die Gefahr durch Hurrikan «Tomas» ist in Haiti noch nicht gebannt.Großansicht

Port-au-Prince (dpa) - Durch Hurrikan «Tomas» sind im krisengeschüttelten Haiti mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des haitianischen Zivilschutzes werden zwei weitere Einwohner vermisst. «Tomas» war am Freitag westlich an Haiti vorbeigeschrammt und verschonte das Land weitgehend.

Am Samstag schwächte er sich zum Tropensturm ab, streifte den Osten Kubas und überquerte die südlichen Bahamas. Lediglich im äußersten Südwesten Haitis kam es in mehreren Ortschaften zu Überschwemmungen. Der Sturm beschädigte Häuser und deckte viele Blechdächer von den Hütten ab. In der Hauptstadt Port-au-Prince richtete der Sturm kaum Schäden an, jedoch setzte dort in der Nacht zum Samstag noch einmal heftiger Regen ein. Die haitianische Regierung, die internationalen Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen (UN) warnten weiter vor der Gefahr von tödlichen Erdrutschen und Überschwemmungen.

Es bestehe zudem die Gefahr, dass zahlreiche Gebiete in Zentralhaiti von der Außenwelt abgeschnitten würden, hieß es. Dort war vor drei Wochen erstmals seit über 100 Jahren die Cholera ausgebrochen. Mehr als 440 Menschen starben bisher. Die USA haben unter anderem einen Hubschrauberträger aus Puerto Rico nach Haiti in Bewegung gesetzt. Die UN schickten Soldaten und Bautrupps in gefährdete Gebiete, die im Notfall der Bevölkerung schnell helfen und Schäden an Straßen und Stromleitungen beheben sollen.

Wirbelsturm «Tomas», durch den Ende Oktober bereits elf Menschen auf der ostkaribischen Insel St. Lucia ums Leben gekommen waren, war am Freitag mit Windgeschwindigkeiten von 145 Kilometern in der Stunde auf den Osten Kubas zugetobt. Im weit entfernten Costa Rica waren zuvor bei einem von «Tomas» ausgelösten Bergrutsch 23 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als zehn Menschen wurden noch vermisst. Nach Angaben der Meteorologen des US-Hurrikanzentrums in Miami passierte er abgeschwächt zum Tropensturm in der Nacht zum Samstag die Meerenge zwischen dem Norden Haitis und Kuba und überquerte die südlichen Bahamas.

In Haiti haben die UN seit 2004 eine 10 000 Mann starke Truppe, die Minustah, stationiert, die das wirtschaftlich und politisch zerrüttete Land stabilisieren soll. Die meisten Hilfsorganisationen sind seit Januar im Land, um Haiti beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu helfen. Bei der Katastrophe am 12. Januar starben mehr als 220 000 Menschen, über eine Million wurden obdachlos und leben seitdem in riesigen Zeltlagern.

Karibik / Wetter / Haiti
06.11.2010 · 15:15 Uhr
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