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Schwere Zusammenstöße bei Protesten in Athen

Streik in Griechenland gegen SparpläneGroßansicht
Athen (dpa) - Bei neuen Protesten gegen das Sparprogramm der Regierung in Griechenland ist es am Dienstag zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

Nach Angaben von Augenzeugen gingen die Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Protestteilnehmer vor; aus den Reihen der Demonstranten flogen Steine und Molotow-Cocktails. Mindestens ein Polizist wurde verletzt.

Die Gewerkschaften hatten zu einem landesweiten Streik gegen die von der Regierung verordneten Maßnahmen gegen die Schuldenkrise aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren nahmen etwa 20 000 Menschen an der Kundgebung im Stadtzentrum von Athen teil. Zur selben Zeit berieten die Abgeordneten im Parlament über das Sparprogramm. Die Polizei sprach von 12 000 Demonstranten. Dies waren deutlich weniger als im Mai, als mehr als 70 000 Menschen auf die Straßen gingen.

Auch tausende Touristen bekamen die Auswirkungen der Streiks zu spüren. Mehrere Dutzend Inlandsflüge und viele Eisenbahn- sowie Fährverbindungen wurden gestrichen. In Piräus, dem größten griechischen Hafen, kam es zu Handgemengen, nachdem am frühen Morgen etwa 500 Arbeiter Einheimischen und Urlaubern den Zugang zu Fähren versperrten. Die Akropolis von Athen blieb für Besucher ebenso geschlossen wie das nahe gelegene Museum.

Das öffentliche Leben im Land war weitgehend lahmgelegt. Banken und Behörden öffneten nicht, Krankenhäuser arbeiteten mit einer Notbesetzung. Auch Journalisten traten in den Ausstand, so dass kaum Nachrichten verbreitet wurden.

Zu dem eintägigen Streik hatten Gewerkschaften aufgerufen, die rund 2,5 Millionen Arbeitnehmer vertreten. Es war die fünfte große Streikaktion gegen die drastische Sparpolitik der Athener Regierung. Auch wegen des Beginns der Sommerferien flauten die Proteste aber leicht ab.

Das Programm der Regierung zur Abwendung eines Staatsbankrotts sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte, erhebliche Einsparungen im Sozialbereich und die Erhöhung des Rentenalters von heute etwa 61 auf 65 Jahre vor. Die Griechen müssen bis Ende 2012 rund 30 Milliarden Euro sparen.

Streiks / Renten / Griechenland
29.06.2010 · 15:28 Uhr
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