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Schwere Unglücke und Entschädigungszahlungen

Das Luftbild zeigt das Ausmaß der Verwüstung durch das ICE-Zugunglück in Eschede (Archivfoto vom 03.06.1998). Die Bahn zahlte für jeden der 101 Toten 30 000 Mark (rund 15 000 Euro) Entschädigung an Hinterbliebene.Großansicht

Berlin (dpa) - Nach Katastrophen wie bei der Loveparade von Duisburg rücken stets die Fragen nach Unglücksursache und Entschädigung der Opfer in den Mittelpunkt. Die Klärung dauert mitunter in beiden Fällen lange. Ein Rückblick auf andere Tragödien:

Januar 2006: In Bad Reichenhall (Bayern) bricht das Dach einer Eissporthalle unter Schneemassen zusammen. 15 Menschen sterben, vor allem Kinder und Jugendliche, die beim Freizeitsport überrascht wurden. Grund für den Einsturz sind massive Mängel bei Planung und Bau. Die Entschädigung der Hinterbliebenen und Verletzten wird bis November außergerichtlich geregelt. Die Versicherungskammer Bayern übernimmt Schmerzensgeld, Therapiekosten und Unterhaltszahlungen an die Hinterbliebenen. Summen werden keine genannt. Die juristische Aufarbeitung dauert länger. Im November 2008 wird der Konstrukteur des Hallendachs wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, im Februar 2010 wird das Urteil rechtskräftig. Ein Gutachter, der trotz einer umstrittenen Studie freigesprochen worden war, muss sich erneut vor Gericht verantworten, möglicherweise noch im Herbst 2010.

Juni 1998: Mehrere Waggons eines ICE zerschellen bei Tempo 200 an einer Straßenbrücke vor dem Bahnhof Eschede (Niedersachsen), 101 Reisende sterben, Dutzende Menschen werden schwer verletzt. Ursache des Unglücks ist ein gebrochener Radreifen, der den Zug zum Entgleisen brachte. Die Bahn zahlt für jeden Toten 30 000 Mark (rund 15 000 Euro) Entschädigung an Hinterbliebene. Außerdem begleicht sie Folgekosten wie medizinische Therapien für die mehr als 100 Verletzten. Ein Strafprozess gegen zwei Ingenieure der Bahn und den Techniker des Radreifenherstellers wird 2003 eingestellt. Sie müssen Geldauflagen von jeweils 10 000 Euro zahlen. Die Hinterbliebenen scheitern mit ihrem Widerstand gegen die Prozess-Einstellung und Forderungen nach mehr Entschädigung.

August 1988: Bei einer Flugschau auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Ramstein (Rheinland-Pfalz) kommen 70 Menschen ums Leben, als drei Flugzeuge einer italienischen Kunstflugstaffel zusammenstoßen. Rund 350 Menschen werden schwer verletzt. Eine internationale Kommission stellt als Unfallursache menschliches Versagen eines Piloten fest. Der juristische Streit über Entschädigungen zieht sich jahrelang. Wegen körperlicher Schäden erhalten die Opfer und ihre Angehörigen von Italien, den USA und der Bundesrepublik bis August 2008 rund 21,1 Millionen Euro.

Notfälle / Loveparade
28.07.2010 · 00:06 Uhr
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