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Schwere Probleme bei russischer Marsmond-Mission

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Moskau (dpa) - Russland kämpft um seine spektakuläre Mission zum Marsmond Phobos: Wenige Stunden nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur ist der unbemannte Frachter vom Kurs abgekommen.

«Das Triebwerk hat nicht angesprochen. Es gab weder die erste noch die zweite Einschaltung», sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, am Mittwoch. Grund seien wohl defekte Sensoren.

Roskosmos habe jetzt drei Tage Zeit, das Raumschiff mit der etwa 120 Millionen Euro teuren Sonde Phobos-Grunt («Phobos-Boden») und einem chinesischen Satelliten wieder auf Kurs zu bringen, sagte Popowkin nach Angaben der Agentur Interfax. «Dies ist eine außerplanmäßige Situation. Aber wir haben Kontakt zum Transporter.»

Erstmals teilte Roskosmos mit, dass sich an Bord des Frachters auch radioaktives Kobalt 57 befindet. Einige Gramm des Materials seien für ein Messgerät nötig, das für die Erforschung des Mars-Trabanten vorgesehen sei, sagte ein Mitarbeiter der Behörde. Kobalt 57 sei ein gewöhnlicher Bestandteil und bereits bei vorangegangenen US-Missionen verwendet worden.

Der mehr als 13 Tonnen schwere Raumfrachter war am Dienstag um 21.16 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan gestartet. Die Sonde habe sich später planmäßig von der Zenit-Trägerrakete getrennt, hieß es. Dann aber versagten beide Triebwerkszündungen.

Die Messapparatur soll im kommenden Jahr Mars und Phobos erreichen und bei Umrundungen Daten zur Erde funken. Außerdem soll ein chinesischer Satellit auf einer Mars-Umlaufbahn ausgesetzt werden. Für Anfang 2013 ist dann die Landung der Sonde auf Phobos vorgesehen. Im August 2014 soll eine Kapsel Bodenproben zur Erde zurückbringen.

Die Forscher erhoffen sich von der aufwendigen Mission Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Roskosmos hatte den Start der Messapparatur bereits für 2009 geplant, musste die Mission aber wegen technischer Probleme verschieben.

Raumfahrt / Wissenschaft / Russland
09.11.2011 · 09:30 Uhr
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