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Schweinsteiger-Votum pro Ballack birgt Brisanz

Bastian Schweinsteiger spielt beim Training mit dem Ball.Großansicht
Erasmia/Port Elizabeth (dpa) - Der Machtanspruch von Philipp Lahm und Michael Ballack auf die Kapitänsbinde sorgt für zusätzliche Brisanz nach der WM. Ausgerechnet Bastian Schweinsteiger votierte für eine Rückkehr des 33-jährigen Ballack an die Führungsspitze.

«Zwei Kapitäne, das wäre einer zu viel auf dem Platz. Für mich ist Ballack der Kapitän dieser Mannschaft», sagte Schweinsteiger der «Welt am Sonntag» und betonte: «Er ist Kapitän dieser Mannschaft, und wenn er zurückkommt, wird er auch wieder die Binde tragen.»

Bundestrainer Joachim Löw hatte nach dem verletzungsbedingten WM- Ausfall von Ballack den 26-jährigen Lahm zum Kapitän für die WM ernannt und dessen Bayern-Teamkollegen Schweinsteiger (25) zu dessen Stellvertreter. Vor dem verlorenen Halbfinale gegen Spanien (0:1) hatte Lahm seinen Anspruch auf eine dauerhafte Ausübung des Amtes erklärt, aber dies nicht als Machtkampf bewertet: «Ich werde nach dem Turnier nicht zum Bundestrainer gehen und ihm die Binde zurückgeben», sagte Lahm: «Man kann nicht von einem Machtkampf reden. Die Macht liegt nur beim Bundestrainer, nicht bei mir und nicht bei Michael.»

Der scheidende ARD-Experte und Ex-Nationalspieler Günter Netzer sieht Löw in der angeheizten Debatte gefordert. «Es ist Chefsache, zu entscheiden», sagte Netzer, der die konträren Positionen von Lahm und Schweinsteiger besonders spannend findet: «Es ist interessant, wie die beiden sich positioniert haben.»

Der 98-malige Nationalspieler Ballack, seit 2004 Kapitän der DFB- Auswahl, hat sich bislang mit öffentlichen Kommentaren zurückgehalten. «Philipp hat nur wegen Michaels Verletzung das Amt übernommen und seine Sache gut gemacht», meinte Schweinsteiger.

Lahm bekräftigte im «Spiegel»-Interview (Montag) seine Absicht, «weiter Verantwortung tragen und meine Meinung sagen» zu wollen, «egal ob ich die Kapitänsbinde habe oder nicht». Er sieht den Bundestrainer vor einer Richtungsentscheidung. Eine Wahl zwischen Ballack und ihm sei «vielleicht» eine zwischen «zwei Führungsstilen». Seine Art sei es, «viele Gespräche zu führen».

Abwehrspieler Arne Friedrich verdeutlichte, dass die bei der WM stärkere Bedeutung des Mannschaftsrates, dem neben ihm noch Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker und Klose angehörten, beibehalten werden sollte. «Das hat sehr gut geklappt, wir haben viele Entscheidungen getroffen und gut zusammengearbeitet», sagte der 31-Jährige nach dem Spiel um Platz drei gegen Uruguay und betonte: «Wer Kapitän ist, ist mir völlig wurscht. Das wird der Trainer entscheiden. Man hat gesehen, Philipp hat es hervorragend gemacht. Michael Ballack hat es auf seine Weise hervorragend gemacht. Es sind unterschiedliche Spieler, unterschiedliche Charaktere. Jeder hat seinen Führungsstil.» Die Mannschaft habe mit beiden Kandidaten «kein Problem».

Fußball / WM / Deutschland
11.07.2010 · 11:08 Uhr
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