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Schutzimpfung zu spät für Stopp der Schweinegrippe

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Halle/Hamburg (dpa) - Nein danke, ich war schon krank: Ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland könnte sich bereits mit Schweinegrippe infiziert haben, bis im Herbst eine Schutzimpfung auf den Markt kommt.

«Es ist so, dass Deutschland den Impfstoff relativ spät bestellt hat - im Ausland wurde das zum Teil früher gemacht», sagte der Virologe Prof. Alexander Kekule von der Universität Halle-Wittenberg am Freitag dem Radiosender «NDR info». «Ich gehe davon aus, dass wir irgendwann im November oder vielleicht noch später in Deutschland dann im großen Stil impfen werden. Nach der zweiten Impfung, die nach einem Monat erfolgt, ist der Impfschutz sicher. Man kann natürlich sagen, dass ein großer Teil der Menschen bis dahin die Infektion schon hinter sich hat.»

In den nächsten Wochen stehe Deutschland eine Welle von Erkrankungen bevor. «Ich gehe fest davon aus, dass mit dem Ende der Reisephase ganz viele neue Fälle in Deutschland sein werden», sagte Kekule. «Das beginnt jetzt schon und wird in den nächsten Monaten zunehmen, da müssen wir uns jetzt einfach drauf einstellen.» Mit zunehmend mehr Erkrankten werde es auch erste Todesfälle in Deutschland geben. «Das kann man aber so relativieren, dass an der normalen Influenza jedes Jahr einige Tausend Menschen in Deutschland sterben, und daran haben wir uns gewöhnt, und das wird durch die Schweinegrippe eben überlagert und vielleicht etwas schlimmer werden.»

Absolut wichtig sei es nun, den Menschen Ratschläge zur Vorbeugung zu vermitteln. Dazu zählten Maßnahmen wie «dieses Händewaschen, was sehr, sehr wichtig ist, immer wenn man nach Hause kommt und bevor man sich ins Gesicht fasst. Dass man andere Menschen nicht mehr, auch wenn es Sommer im Biergarten ist, mit einem Kuss empfängt und ähnliche Dinge.» Für Erkrankte gelte, rücksichtsvoll zu sein und nicht mehr in Menschenmengen herumzulaufen.

Alarmiert sollte jeder sein, der typische Symptome entwickle. «Das erste bei der Influenza ist, dass man sich wirklich krank fühlt, dass man Fieber hat und sich wie erschlagen fühlt, manchmal Halsschmerzen dazu kommen, und nach einiger Zeit kommt dann der Husten», erklärte Kekule. «Diese typische Reihenfolge, die eigentlich anders ist als ein Sommerschnupfen, die sollte einen alarmieren und dann sollte man zum Arzt gehen. Am besten vorher anrufen, damit man niemanden im Wartezimmer ansteckt.»

Gesundheit / Grippe
24.07.2009 · 22:58 Uhr
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