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Schneesturm bringt US-Ostküste zum Stillstand

Ein Schneepflug pausiert nahe der Penn Station: Der gesamte Verkehr in und um New York ist zum Erliegen gekommen.Großansicht

New York (dpa) - Die Weiße Weihnacht kam erst, als einige schon wieder nach Hause wollten. Ein schwerer Schneesturm verursachte an der Ostküste der USA ein Verkehrschaos:

Flüge wurden gestrichen, Bahnen blieben in ihren Depots, Busse auf den Parkplätzen. Zehntausende Reisende hingen fest und mussten ihre Weihnachtsferien verlängern. In den Ostküsten-Metropolen New York, Boston und Philadelphia war das Leben ausgebremst. Das ganze Wochenende hatten die Fernsehsender nicht über Weihnachtszauber, sondern über den drohenden Schneesturm berichtet. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg warnte: «Unglücklicherweise liegt unsere Stadt direkt auf seinem Weg.» Zehntausende fragten sich, wie - und vor allem ob - sie nach dem Weihnachtsfest wieder nach Hause kommen würden. Busgesellschaften hatten wie auch die Bahn schon im Voraus Fahrten abgesagt. Die Airlines flogen nur nach einem Notplan. In New York standen spezielle Räumfahrzeuge bereit.

Bereits am Sonntagabend hatte es geschneit. Am Morgen lag eine dichte Schneedecke über der Ostküste. Von den sonst von mildem Wetter verwöhnten Südstaaten über Washington und Philadelphia bis nach New York und Boston im schneegewohnten Neuengland - an einigen Orten waren es 70 Zentimeter. Der starke Wind sorgte zwar an einigen Stellen für freie Flächen, dafür war die Schneewehe an der nächsten Hauswand umso größer. Um das Schauspiel komplett zu machen, zuckten in der Nacht über New York auch noch Blitze aus dem schwarzen Himmel.

In New York waren zeitweise alle drei Flughäfen dicht, dabei mit dem John-F.-Kennedy-Airport einer der wichtigsten der Welt. Die Flughäfen in Philadelphia und Boston blieben geöffnet, aber nur wenige Flüge trotzten dem Wetter. Auf den Schnellstraßen waren Schneepflüge pausenlos im Einsatz, um festgefahrene und dann eingeschneite Autos freizubekommen. Auf der Schiene fielen viele Züge aus.

In Neuengland mussten Zehntausende ohne Strom auskommen. Die Staaten Maryland, Virginia, North Carolina und New Jersey und die Städte Boston und Philadelphia riefen den Notstand aus. Blutbanken baten um Spenden, weil wegen des Wetters keine Blutkonserven herangeschafft werden könnten. In die Südstaaten brachte die Unwetterfront die erste Weiße Weihnacht seit mehr als 100 Jahren.

Für die Amerikaner bedeutete der Sturm eine unfreiwillige Verlängerung der Weihnachtsferien. Die, die wegen des üblichen Ansturms auf die Flughäfen früher fliegen wollten, saßen nun erst recht fest. New York, sonst nach Weihnachten besonders geschäftig, lag ungewohnt ruhig unter der Schneedecke. Nur eine Branche machte prächtige Umsätze: Schneeschaufeln sind laut «Wall Street Journal» überall ausverkauft. Die «New York Times» erkannte nach dem «Monster Blizzard» ihre eigene Stadt nicht wieder und fühlte sich in die Rocky Mountains versetzt: «Das sieht alles mehr nach Colorado als nach der großen Stadt aus.»

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Bericht New York Times
Wetter / Unwetter / USA
27.12.2010 · 19:08 Uhr
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