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Schmidt: Derzeit kein Grippe-Alarm für Groß-Events

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Berlin (dpa) - Trotz immer zahlreicherer Schweinegrippefälle hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vorerst Entwarnung für Großveranstaltungen gegeben.

Die Absage etwa von Fußballspielen zum Schutz vor einer Ausbreitung des Virus zeichne sich derzeit nicht ab, sagte Schmidt der «Bild»-Zeitung. Für diesen Herbst schloss Schmidt drastischere Vorsorgemaßnahmen aber nicht aus.

«Wenn mein Heimatverein Alemannia Aachen nächste Woche spielen würde und ich Zeit hätte, würde ich hingehen. Ob ich das im Oktober auch machen könnte, kann heute niemand voraussehen», sagte Schmidt. Der SPD-Katastrophenschutzexperte Gerold Reichenbach sagte: «Wenn das Virus noch gefährlicher wird und die Ansteckungsrate nach oben geht, müssen Großveranstaltungen wie Fußballspiele abgesagt werden.»

Auch die Behörden in den Bundesländern sehen die Situation weiter gelassen. «Es ist alles im grünen Bereich», sagte ein Sprecher des sächsischen Sozialministeriums. Beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit in Erlangen sagte eine Sprecherin, auch ein Ausbau der Krankenhaus- Kapazitäten sei derzeit nicht notwendig. Die meisten Erkrankten würden ohnehin von ihrem Hausarzt behandelt. Bundesweit sind mittlerweile mehr als 2800 Schweinegrippe-Fälle registriert.

In der Hauptstadt erklärte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung: «Wir sind weit davon entfernt, in Berlin eine kritische Anzahl von Fällen zu haben.» Mit 98 bestätigten Erkrankungen gebe es derzeit «keinerlei Veranlassung», Veranstaltungen wie etwa die Leichtathletik-WM im August infrage zu stellen. Über einen solchen Schritt werde erst nachgedacht, wenn 30 Prozent der Bevölkerung erkrankt seien. In den Krankenhäusern der Hauptstadt werde derzeit vorbereitet, dass die Rettungsstellen stets besetzt sind und Amtsärzte als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium in Düsseldorf berichtete, die Absage von Großveranstaltungen wegen der Schweinegrippe obliege den kommunalen Gesundheitsämtern. Dass es rasch zu solchen Maßnahmen kommen werde, sei nicht anzunehmen. Auch beim Sozialministerium in Baden-Württemberg wird über derlei momentan nicht nachgedacht.

Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben des Schweriner Sozialministeriums gut auf eine drastische Ausweitung der Schweinegrippe vorbereitet. Regelmäßig träfen sich Experten des Ministeriums, der Ärzte- und der Apothekerschaft, um über die aktuelle Lage zu beraten, sagte eine Ministeriumssprecherin. Darüber hinaus sei ein Pandemieplan aufgestellt worden. Dieser sehe unter anderem vor, dass die zahlreichen Vorsorge- und Rehabilitationskliniken im Land im Notfall in Akutkliniken umfunktioniert werden können. Für Notfallmaßnahmen wie die Absage von Fußballspielen oder Open-Air-Konzerten gebe es derzeit keinen Anlass.

Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer äußerte die Sorge, dass gefährliche Straftäter Schweinegrippe bekommen könnten. «Neben gesundheitlich angegriffenen und älteren Menschen müssen auch Strafgefangene bevorzugt geimpft werden. Nur so kann verhindert werden, dass gefährliche Täter im Krankenhaus von Polizisten teuer bewacht werden müssen», sagte er der Zeitung. Der CDU-Sozialexperte Gerald Weiß sagte, es könne auch sinnvoll sein, Strafgefangene frühzeitig zu impfen, um Sicherheitsrisiken zu vermeiden.

Gesundheit / Grippe
24.07.2009 · 22:58 Uhr
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