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Schmid soll SPD-Chef in Baden-Württemberg werden

Schmid, Mattheis und SchmiedelGroßansicht
Stuttgart (dpa) - SPD-Fraktionsvize Nils Schmid soll nach dem Willen der Parteibasis als Nachfolger von Ute Vogt neuer Parteichef in Baden-Württemberg werden.

Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa am Samstagabend aus Parteikreisen in Stuttgart erfuhr, kürten die Mitglieder den 36-jährigen Finanzexperten in einer Urwahl zu ihrem Vorsitzenden. Schmid setzte sich klar gegen Parteivize Hilde Mattheis und Landtagsfraktionschef Claus Schmiedel durch. Die endgültige Wahl ist beim Landesparteitag am 27. und 28. November in Karlsruhe geplant. Das Votum der Parteibasis gilt aber als Vorentscheidung. Offiziell soll das Ergebnis am frühen Sonntagnachmittag verkündet werden.

Als Überraschung gilt vor allem, dass Schmiedel (58) nur auf Rang drei hinter der Parteilinken Mattheis landete. Schmid lag nach dpa-Informationen bereits nach der Auszählung der Erststimmen mit 46,7 Prozent vor seinen Konkurrenten. Die Ulmer Bundestagsabgeordnete und SPD-Vize Mattheis kam auf 29,2 Prozent, Schmiedel nur auf 23,2 Prozent. Daraufhin flog der Fraktionschef aus dem Rennen, und auf allen Wahlzettel mit Erststimmen für Schmiedel wurden die Zweitstimmen ausgezählt. Bei der Auszählung der Zweitstimmen lag Schmid mit 57 Prozent weit vor Mattheis mit 37 Prozent. Knapp 48 Prozent der knapp 40 000 Mitglieder beteiligten sich an der Urwahl.

Damit gelang dem promovierten Juristen die Revanche für seine Niederlage gegen den 58-jährigen Schmiedel, der ihn Anfang 2008 im Rennen um die Nachfolge von Vogt im Fraktionsvorsitz noch hinter sich gelassen hatte. Für Schmiedel, der auch immer wieder als möglicher Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011 gehandelt wurde, ist das ein herber Rückschlag. Schmid hatte sich zuletzt indirekt für den Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner als Spitzenkandidat ausgesprochen. Gönner hat dies aber bisher abgelehnt.

Schmid ist seit 18 Jahren in der SPD und vertritt den Wahlkreis Nürtingen (Kreis Esslingen) seit 1997 im Landtag. Bei den zahlreichen Vorstellungsrunden vor der Mitgliederbefragung hatte der schmächtige Finanzexperte versprochen, im Falle seiner Wahl die Basis viel stärker einzubinden. Außerdem hatte er die Reform-Agenda 2010 verteidigt und erklärt, die SPD müsse deshalb «nicht in Sack und Asche gehen». Schmid ist mit einer Türkin verheiratet und hat einen Sohn. Der 36-Jährige hatte auch angekündigt, Migranten stärker einzubeziehen und sie auch in die Vorstandsarbeit einzubinden.

Vogt hatte nach dramatischen Verlusten bei der Bundestagswahl ihren Rückzug angekündigt. Die Landes-SPD war bei der Bundestagswahl von 30,1 (2005) auf 19,3 Prozent abgestürzt.

Parteien / SPD
22.11.2009 · 08:50 Uhr
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