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Schleswig-Holstein - Röslers Überlebenskampf beginnt im Norden

Keine drei Jahre sind vergangen, da feierten FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki und seine Parteigenossen im hohen Norden noch einen triumphalen Wahlerfolg. 14,9 Prozent räumten die Liberalen bei der Landtagswahl im September 2009 ab und und gingen als starker Partner der CDU in eine schwarz-gelbe Koalition. Seitdem scheinen Lichtjahre vergangen. Die landesweite Krise der Liberalen macht auch vor den Nordlichtern nicht halt.

Im Vorfeld grenzte sich Kubicki vorsorglich schon einmal deutlich von der Bundesführung der Partei ab und übte lautstark Kritik an Vizekanzler Philipp Rösler. Dennoch kämpfen Kubicki sowie Christian Lindner eine Woche später in NRW paradoxerweise auch um die Zukunft ihres Parteichefs. Sollte die FDP den Einzug in den Landtag jeweils verfehlen - was nicht unwahrscheinlich ist - so dürften auch Rösler die Argumente für einen Umschwung langsam ausgehen.

Ganz anders die Stimmungslage bei den Sozialdemokraten. Spitzenkandidat Torsten Albig und die Bundesführung geben sich betont selbstbewusst. In den vergangenen sieben Wahlen sei es der SPD jeweils gelungen, in der Regierungsverantwortung zu bleiben oder diese neu zu übernehmen. Das müsse nun auch das Signal für Schleswig-Holstein sein, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier zum Start der heißen Wahlkampfphase in Kiel.

«Herr Merkel» und der lange Schatten

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht. Nach den letzten Umfragen liefern sich CDU (34 Prozent) und SPD (32 Prozent) zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch die guten Werte der Grünen (15 Prozent) lassen eine rot-grüne Koaliton realistisch werden.

Verhindern will das «Herr Merkel», wie Jost de Jager aufgrund mancher Parallele zur Kanzlerin schon einmal genannt wird. Der CDU-Spitzenkandidat, der sich für eine Energiewende einsetzt, muss sich dabei vor allem aus dem langen Schatten seines Vorgängers Peter Harry Carstensen lösen.

FDP, Linke und Piraten kämpfen dagegen um den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Wer es schafft, ist bisher kaum abzusehen. Der Trend spricht am ehesten für die Freibeuter. Fein raus ist da der Südschleswigsche Wählerverband (SSW): Die Interessensvertretung der dänischen Minderheit muss dank einer Spezialklausel die Fünf-Prozent-Hürde nicht fürchten.

[news.de] · 12.04.2012 · 11:22 Uhr
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