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Schlag gegen Mafia: 600 Millionen Euro abgenommen

Polizeiauto in ItalienGroßansicht

Neapel/Rom (dpa) - Güter im Wert von geschätzt rund 600 Millionen Euro haben italienische Ermittler bei zwei Mafiaclans der neapolitanischen Camorra beschlagnahmt. Darunter seien allein 300 Wohnungen der Mafia in Rom, berichteten Medien des Landes.

Den Mafiaclans sei ein Großteil ihrer kriminellen Geschäftsgrundlage entzogen worden, hieß es. Sondereinheiten nahmen zudem sieben Mafiosi der Clans Mallardo und Casalesi fest, darunter den Boss Feliciano Mallardo. Beide Clans hätten ihre dunklen Geschäfte vor allem in der Hauptstadt betrieben.

Vier Anti-Mafia-Staatsanwälte von Neapel koordinierten den jüngsten Schlag gegen die organisierte Kriminalität. Solche Erfolge gegen die Mafia nach langen Ermittlungen gelingen immer wieder einmal. Vor allem die illegalen Geschäfte der Milliarden umsetzenden kalabrischen 'Ndrangheta im Norden Italiens machten wiederholt Schlagzeilen. Früheren Berichten zufolge hat sich die Mafia stark in Rom eingenistet - mit dem Ziel, Geld zu waschen, etwa in Restaurants und Betrieben rund um die legendäre Via Veneto.

Beschlagnahmt, versiegelt oder gesperrt wurden jetzt etwa 900 Immobilien und 23 Betriebe, rund 200 Bankkonten sowie Luxusautos. Unternehmen des kampanischen Mallardo-Clans hatten sich in Rom unter anderem auf Bauspekulation, illegalen Großhandel mit Getränken und Medikamenten sowie auf den Betrieb von Wettbüros spezialisiert. Dabei seien enorme Summen investiert worden, hieß es. Nicht zuletzt floss schmutziges Geld in das Rösten und den Vertrieb von Kaffee. Bars in Latium und Kampanien mussten den Kaffee dann abnehmen.

Kriminalität / Mafia / Italien
10.05.2011 · 12:28 Uhr
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