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Schießerei am Pentagon - Polizei: Kein Terrorakt

Ein Polizist sichert den Tatort am US-Verteidigungsministerium.Großansicht
Washington (dpa) - Mysteriöse Schützen-Attacke aufs Pentagon: Ein bewaffneter Angreifer hat am Donnerstagabend am Haupteingang des US-Verteidigungsministerium das Feuer eröffnet und zwei Sicherheitskräfte verletzt.

Der ebenfalls angeschossene Angreifer starb in der Nacht zum Freitag an seinen Verletzungen, erklärte ein Polizeisprecher. Der Schütze sei als John Patrick Bedell aus Kalifornien identifiziert worden und habe im Internet seinen Unmut gegen die Regierung zum Ausdruck gebracht. In der Nachricht spreche der Täter von einer Verschwörung rund um die Terroranschläge vom 11. September 2001. Dass Bedell selber Kontakte zu Terrorgruppen hatte, hielt die Polizei für unwahrscheinlich.

Er sei dazu bestimmt, «Gerechtigkeit auszuüben» für den Tod eines Marineoffiziers, zitierte der TV-Sender «Fox News» aus Bedells Nachricht. Marine-Oberst James Sabow war 1991 tot in seinem Garten aufgefunden worden. Sein Tod war als Selbstmord gedeutet worden. Der Fall trage zur Aufdeckung der Wahrheit über die Terroranschläge vom 11. September 2001 bei, schrieb Bedell in seiner Nachricht, die die US-Bundespolizei FBI untersuchte.

Der Schusswechsel vor dem Pentagon ereignete sich um 18.40 Uhr Ortszeit vor einem Kontrollpunkt nahe einem U-Bahn-Zugang. «Mit einem gefühllosen Gesichtsausdruck» sei der Angreifer auf die Sicherheitskräfte zugegangen, sagte Polizeichef Richard Keevill. «Er sagte kein Wort. Er erschien extrem ruhig zu sein.» Als er nach seinem Ausweis gefragt wurde, habe er stattdessen eine Pistole aus seiner Jackentasche gezogen und geschossen. Die Wachen hätten Schusswesten getragen und seien daher lediglich leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, sagte Keevill. «Sie haben extrem effektiv gehandelt und den Angreifer neutralisiert.» Der 36-Jährige sei mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Ermittler fanden heraus, dass der Pentagon-Schütze aus Hollister in Kalifornien stammte, wo er im Haus seiner Eltern lebte. Nachbarn beschrieben ihn als «normalen jungen Mann». Er sei tagelang mit seinem Wagen von der Westküste in die Hauptstadtregion gefahren. Aus dem Überwachungsvideo des Pentagons ging hervor, dass Bedell alleine war. Er habe zwei halbautomatische Waffen und mehrere Magazine mit Munition bei sich gehabt. In seinem Auto auf einem nahegelegen Parkplatz fanden die Ermittler noch mehr davon. Bis zum Freitagmorgen blieb der Tatort weiträumig abgeriegelt. Die U-Bahn-Station, eine der meistfrequentierten im Hauptstadtbereich, blieb gesperrt.

Im Pentagon, unmittelbar an der Stadtgrenze zu Washington im Bundesstaat Virginia, arbeiten rund 26 000 Menschen. Bei den Anschlägen am 11. September 2001 ließen islamistische Terroristen ein Passagierflugzeug in das weitläufige Gebäude stürzen und beschädigten es schwer. 125 Menschen kamen dabei ums Leben. Seitdem ist das markante fünfeckige Verteidigungsministerium nicht mehr direkt von der U-Bahn aus zu erreichen, sondern nur noch über eine Sicherheitsschleuse.

Kriminalität / USA
05.03.2010 · 17:09 Uhr
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