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Scheidender Ministerpräsident Böhmer rechnet mit politischer Klasse ab

Magdeburg (dts) - Der scheidende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Wolfgang Böhmer (CDU) hat zum Ende seiner Karriere mit typischen Handlungsweisen der Politiker abgerechnet. Der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte Böhmer, ihn ärgere "wenn wir uns gegenseitig versichern, dass etwas nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei und hinterher kann man es in der Zeitung lesen." Böhmer erinnerte sich an die Gespräche zum Hartz-IV-Kompromiss Mitte Februar, als Ministerpräsidenten vor die Presse getreten seien und gesagt hätten, "dass wir über Kompromisslinien gesprochen hätten, die wir erst intern besprechen wollten. Trotzdem stand am nächsten Tag ziemlich viel davon in der Zeitung. Das finde ich ausgesprochen ärgerlich."

Böhmer weiter: "Ich habe Politiker auf der Männertoilette angetroffen, die ziemlich lange und ausführlich telefoniert haben, angeblich mit ihrer Frau zu Hause. Dummerweise las ich in einer Zeitung am nächsten Morgen ziemlich genau die Sätze, die ich mithören musste. Da macht man sich schon so seine Gedanken." Böhmer sprach sich dafür aus, schonungsloser zu den Bürgern zu sein: "Ich habe oft gestaunt, wie viel Rücksicht bei Entscheidungen auf vermeintliche Stimmungen im Volk genommen wurde". Die Wähler registrierten aber sehr genau, ob man einen Standpunkt habe oder nicht.
DEU / Parteien
13.04.2011 · 11:02 Uhr
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