News
 

Schavan gegen Pflichtfach Weltreligionen

SchavanGroßansicht
Mannheim (dpa) - Bundesbildungsministerin Annette Schavan und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe treten dafür ein, muslimischen Schülern Religionsunterricht an deutschen Schulen anzubieten.

CDU-Generalsekretär Gröhe sagte am Samstag in Mannheim bei der 38. Bundesschülerkonferenz, er sei sich mit der evangelischen und der katholischen Kirche einig, dass über Islam-Unterricht an deutschen Schulen nachgedacht werden müsse. «Die Länder müssen diese Idee angehen.»

Schavan sagte bei der Veranstaltung: «Christdemokraten sollten dafür stehen, dass - egal wie groß das Spektrum der Religionen ist - Religion zur Allgemeinbildung gehört.» Ein Pflichtfach Weltreligionen lehnte sie aber ab. «Wer mit anderen Religionen ins Gespräch kommen will, braucht zunächst einen eigenen Standpunkt und Kenntnis der eigenen Religion», betonte sie. «Es ist die friedensstiftende Kraft der Religion, den Respekt voreinander zu lehren.» Zugleich machte sich Schavan für die Einrichtung mehrerer islamischer Fachbereiche an deutschen Hochschulen stark.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), forderte, stärker in den deutschen Sprachunterricht zu investieren. «Jedes Kind, das eingeschult wird, muss Deutsch sprechen können», verlangte sie.

Die Schüler Union lehnte islamischen Religionsunterricht ab. Der scheidende Bundesvorsitzende Younes Ouaqasse sagte, Schüler, die einen anderen Glauben als den christlichen haben und deshalb nicht in die christliche Religionsstunde gehen wollten, sollten die Option eines Ethikunterrichts bekommen. Ouaqasse war der erste muslimische Vorsitzende der Schüler Union. Der 21-Jährige hat sein Amt nach zwei Jahren abgegeben. Zu seinem Nachfolger wurde der 18-jährige David Winands aus Bonn gewählt.

Bildungspolitik und Ausländerintegration standen im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens der Schüler Union Deutschlands unter dem Motto «Starke Wurzeln. Starke Werte». Die CDU-Nachwuchsorganisation gilt mit mehr als 10 000 Mitgliedern als größte Schülervereinigung. Zu ihren zentralen Forderungen gehören neben kleineren Klassen und Kopfnoten ein modernisierter Lehrplan und die Beflaggung von Schulen mit deutscher und europäischer Fahne.

Parteien / CDU / Schulen
30.05.2010 · 14:45 Uhr
[5 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen