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Schauspielerin Sophie Rois hält ihre markante Stimme für eine psychische Macke

Wien (dts) - Die österreichische Schauspielerin Sophie Rois hält ihre berühmte Kratz-und-Kräh-Stimme für eine psychische Macke. "Dahinter steckt die Panik, nicht gehört zu werden", sagte sie dem "Kultur Spiegel". Deshalb schreie sie immer zu laut und gebe zu viel Druck auf ihre Stimme.

Rois empfindet sich als unausgeglichen: "Ich habe keine Wunschbiografie." Mit 16 habe sie die Schule abgebrochen und Haschisch geraucht, nicht aus Arroganz, sondern weil ihre pubertären Wirren zu groß gewesen seien. "Ich war wie getrennt von dem Leben, das sich um mich herum abspielte." Heute bedauert sie diese wilde Phase: "Da braucht man keine glorifizierenden Legenden draus zu stricken. Das war kein rebellisches ,Jetzt zeig ich’s euch allen‘, kein ,Jetzt reiße ich mal dem Bürgertum die Maske von der Fratze‘, das war Unfähigkeit. Mir wäre lieber, ich hätte Abitur gemacht." Eine Psychotherapie hat Rois dennoch nie erwogen: "Mit Psychologie kommt man mir nicht bei." Sie finde die Vorstellung furchtbar, dass ein Therapeut jede ihrer Handlungen neutralisiert. "Ich möchte ernst genommen werden, auch in meinem Versagen. Mit Psychologie tun wir uns alle gegenseitig Unrecht." Auch bei ihren Rollen an der Berliner Volksbühne oder in Filmen wie Tom Tykwers "Drei" vermeidet Rois es, einer psychologischen Logik zu folgen. "Ich mag einfach diese Küchenpsychologie nicht, die sich überall breitmacht. Im Theater bringt man damit alles zum Schrumpfen, weil man damit immer Erklärungen abliefert." Sie interessiere sich viel mehr dafür, wie Worte klingen als für ihren psychologischen Hintergrund, erklärte die Schauspielerin. Perfekt ausleben kann Rois diese Vorliebe an der Volksbühne, der sie seit fast zwanzig Jahren treu ist: "Ich denke nicht daran, jemals in ein anderes Ensemble zu gehen. Dafür bin ich eh verdorben für alle Zeit." Beim Berliner Theatertreffen, der Bestenschau der deutschen Bühnen, bekommt Rois am 5. Mai den Theaterpreis Berlin für ihre "herausragenden Verdienste um das deutschsprachige Theater". Außerdem gastiert sie bei dem Festival mit der Volksbühnen- Produktion "Die (s)panische Fliege" in der Regie von Herbert Fritsch.
Österreich / Leute
29.04.2012 · 09:59 Uhr
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