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Schäuble will Ende Oktober wieder arbeiten

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Berlin (dpa) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) denkt offensichtlich nicht ans Aufhören. Er liegt seit knapp zwei Wochen wegen einer Infektion im Krankenhaus, ist aber entschlossen, Ende Oktober in die Politik zurückzukehren.

Berichte über einen vorzeitigen Rückzug wies sein Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU) mit Nachdruck zurück. «Wer den Eindruck erweckt, der Minister sei amtsmüde, redet schlichtweg Quatsch», sagte Kampeter der «Bild am Sonntag».

Ein klares Indiz für die geplante Rückkehr des Ministers sieht die Zeitung darin, dass Schäuble Ende vergangener Woche - nach einer Operation - über sein Büro einen Redeauftritt am 29. Oktober bei der IHK in Heilbronn bestätigen ließ. Ein Freund wird mit den Worten zitiert: «Er will nicht aufhören.»

Schäuble selbst hatte in der vergangenen Woche Rücktrittsgerüchte dementiert. Der Minister ist nach einem Schusswaffenattentat eines Geistesgestörten vor genau 20 Jahren querschnittgelähmt. Ein Druckgeschwür, von dem Rollstuhl-Fahrer häufig heimgesucht werden, wollte ewig nicht heilen.

Die Wunde wurde, wie es hieß, Ende vorletzter Woche in einer Berliner Fachklinik unter Vollnarkose versorgt und genäht. Der Eingriff soll nach Auskunft von Freunden gut verlaufen sein. In den nächsten Tagen würden die Fäden gezogen. Schäuble versieht seine Amtsgeschäfte nach Medienberichten vom Krankenbett aus «in stabiler Seitenlage».

Der Minister hat nach Informationen der «Bild am Sonntag» mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) telefoniert und steht auch in SMS-Kontakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Kampeter hat sich in der vergangenen Woche nach eigenem Bekunden «insgesamt mehrere Stunden mit Wolfgang Schäuble abgestimmt».

Dennoch gilt der Gesundheitszustand Schäubles in Parteiführung und Bundesregierung noch als «kritisch». Vertraute werden mit den Worten zitiert: «Sollte nach seiner Rückkehr keine dauerhafte Heilung eintreten, würde er sein Ego nicht vor die Staatsräson stellen. Denn Wolfgang Schäuble weiß, dass ein Finanzminister nicht dauerhaft krank sein kann.»

Die Sorgen um den stärksten Mann in Merkels Kabinett sind nicht neu. Immer wieder musste der Finanzminister ins Krankenhaus, fehlte im Frühjahr wochenlang, musste sich immer wieder auf internationalen Konferenzen vertreten lassen- auch in diesen Tagen wieder. Ein Rücktrittsangebot an die Kanzlerin ließ der 68-Jährige jüngst dementieren. Gerüchte über einen Rückzug hielten sich gleichwohl hartnäckig.

Genährt wurden sie aus dem, was Schäuble selbst und sein Bruder in der vergangenen Woche im «Stern» zu Protokoll gaben. «Das über halbjährige Wundsein hat ihn zermürbt», sagte Thomas Schäuble, einst CDU-Innenminister in Baden-Württemberg. Vertrauten soll Schäuble gesagt haben: «Wenn ich nach vier Wochen merke, es geht nicht mehr, ziehe ich die Konsequenzen. Davon hält mich niemand ab.»

Bundesregierung / Personalien
10.10.2010 · 13:32 Uhr
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