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Schäuble Favorit für Juncker-Nachfolge in Eurogruppe

Luxemburg (dts) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird in Diplomatenkreisen als Favorit für ein einflussreiches Amt an der Spitze der Eurozone gehandelt. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" gilt der CDU-Politiker als möglicher Kandidat für die Nachfolge des Luxemburger Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker im Vorsitz der Eurogruppe. Juncker gibt das Amt, das die Arbeit der Finanzminister aus der Eurozone koordinieren soll, im Januar 2012 auf.

Sein Nachfolger soll den enorm wichtigen Posten anders als bisher nicht neben-, sondern hauptamtlich ausüben. Dafür kommen wegen der erforderlichen Durchsetzungskraft nur Politiker in Frage, die dem Kreis der Finanzminister aktuell angehören oder ihm zumindest angehört haben. "Wenn über Namen geredet wird, fällt meistens der des Deutschen Schäuble", heißt es bei Diplomaten. "Wenn er will, wird er es." In der Bundesregierung gibt es dafür allerdings bislang keine Bestätigung. Offiziell ist auch noch nicht entschieden, wie der Vorsitz der Eurogruppe künftig ausgestattet werden soll. Zudem müssten die EU-Verträge geändert werden, um das Amt mit einer größeren Machtfülle auszustatten. Für Schäuble an der Spitze der europäischen Finanzminister sprach sich der Vorsitzende der CSU-Abgeordneten im Europäischen Parlament, Markus Ferber aus: "Wolfgang Schäuble ist sicherlich jemand, der dafür bestens geeignet ist", sagte Ferber. "Deutschland sollte politisch führen, wenn Stabilitätskultur in ganz Europa durchgesetzt werden soll." Dass bei der Neubesetzung ein Deutscher zum Zuge kommen könnte, bezeichnen auch Diplomaten aus anderen Euroländern als wahrscheinlich. Angesichts der Schuldenkrise wäre es ein wichtiges Signal, wenn der erste europäische Finanzminister aus einem Land mit der höchsten Bonitätsstufe stamme. Dazu gehören neben Deutschland nur noch Frankreich, die Niederlande, Luxemburg, Österreich und Finnland. Die Franzosen haben gerade erst ihre Finanzministerin Christine Lagarde mit deutscher Hilfe an der Spitze des Internationalen Währungsfonds platzieren können.
Luxemburg / EU / Wirtschaftskrise
10.09.2011 · 09:29 Uhr
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