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Schärfere Kontrollen bei USA-Flügen

Sicherheitskontrolle auf dem Detroit Metropolitan Airport (Archivfoto vom 26.12.2009).Großansicht
New York (dpa) - Aus Furcht vor Terroranschlägen sind am Montag die Kontrollen für Reisende an US-Flughäfen weiter verschärft worden. Unter anderem werde das Handgepäck aller Passagiere stichprobenartig genauestens kontrolliert.

Die Passkontrollen würden intensiviert, teilte die amerikanische Flugsicherheitsbehörde (TSA) mit. Was die neuen Bestimmungen bedeuten können, erlebten tausende Reisende am Sonntagabend auf dem Internationalen Airport Newark Liberty bei New York. Der Terminal C war stundenlang lahmgelegt, weil möglicherweise ein nicht identifizierter Mann unkontrolliert in den Sicherheitsbereich gelangt war. Nach Angaben der TSA ließ sich zunächst nicht feststellen, ob der Mann die Kontrollen tatsächlich passiert hatte oder nicht. Wie es genau zu dem Alarm kam, war auch am Montag nicht geklärt.

«Die neuen Richtlinien beinhalten langfristige Maßnahmen, die in Zusammenarbeit mit unseren Justizbehörden sowie nationalen wie internationalen Partnern ausgearbeitet wurden», teilte die TSA mit. Sie seien fortan das normale Maß für alle Flugreisen in den USA. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama habe am Sonntag alle Fluglinien über die Neuerungen informiert. Für die Untersuchung des Handgepäcks würden neueste Technologien zur Ermittlung von Sprengstoffen eingesetzt, so die TSA.

Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen schreiben auch vor, dass Reisende aus 14 terrorverdächtigen Ländern ausnahmslos genauestens kontrolliert und von Sicherheitspersonal abgetastet werden. Zu diesen Ländern gehören unter anderem der Jemen, der Iran, Afghanistan, Pakistan, aber auch Kuba. Am 1. Weihnachtsfeiertag hatte ein 23- jähriger Nigerianer mit Verbindungen zu El Kaida versucht, eine US- Passagiermaschine beim Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen.

Auf dem Flughafen Newark herrschte im Trubel des nach-weihnachtlichen Reiseverkehrs in der Nacht stundenlanges Chaos. Aus Sorge über einen eventuell geplanten Terrorakt ließ die TSA das Gebäude schließen und alle Reisenden festhalten. Augenzeugen zufolge wurden selbst Passagiere, die zum Start bereits in Flugzeugen saßen, zum Ausgang zurückbeordert und ein weiteres Mal durch die Kontrollen geschleust. Auch Reisende, die sich den Sicherheitschecks bereits unterzogen hatten, mussten sich erneut auf das Penibelste kontrollieren lassen.

Nach Berichten des Senders CNN hielten sich zeitweise 2000 bis 3000 Menschen dicht an dicht gedrängt in der Abfertigungshalle auf. Erst gegen Mitternacht, knapp sieben Stunden nach dem Vorfall, gab die TSA das Terminal wieder frei. Von dem Unbekannten fehlte US- Medien zufolge auch am Montag noch jede Spur. Laut TSA blieb unklar, ob der Mann bereits im Sicherheitsbereich gewesen war und diesen wieder verlassen hatte oder ob er noch gar nicht kontrolliert worden war. Sicherheitsleute des Flughafens sichteten die Aufzeichnungen der Airport-Videoanlagen, um das Rätsel zu lösen, kamen aber zu keinem klaren Ergebnis.

Der Newark Liberty International Airport liegt rund 25 Kilometer westlich von Manhattan. Nach CNN-Angaben werden dort etwa 35 Millionen Passagiere im Jahr abgefertigt. Eisige Temperaturen und ein heftiger Sturm im Raum New York hatten schon vor dem Sicherheitsalarm um 1720 Ortszeit (2320 MEZ) zu Verzögerungen des Feiertagsverkehrs geführt. Noch am nächsten Morgen standen lange Autoschlangen vor der Einfahrt zum Flughafen.

Terrorismus / Luftfahrt / USA
04.01.2010 · 15:11 Uhr
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