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Sauerland-Helfer eng in Kontakt mit Geheimdienst?

Prozess gegen Sauerland-GruppeGroßansicht
Berlin (dpa) - Der Türke, der den vier angeklagten Sauerland-Terroristen wohl die Zünder besorgt hat, soll für die Gruppe von zentraler Bedeutung gewesen sein und zugleich früh mit dem türkischen Geheimdienst kooperiert haben.

Das hat der Angeklagte Attila Selek ausgesagt, wie aus Berichten von «Spiegel» und «Focus» vom Samstag hervorgeht. Gegensätzlich sind allerdings die Informationen zu den Konsequenzen: Laut «Spiegel» zögert die Bundesanwaltschaft wegen der mutmaßlichen Geheimdienst-Verwicklung und möglicher diplomatischer Probleme mit der Türkei, einen Haftbefehl gegen Mevlüt K. auszustellen - laut «Focus» ist ein Haftbefehl in Vorbereitung.

Die angeklagten vier Islamisten sollen Autobomben-Anschläge in Deutschland geplant haben. K. soll im Auftrag von Selek die Zünder besorgt haben. «Ohne ihn wären wir dazu nicht in der Lage gewesen», sagte Selek laut «Focus» aus. Laut «Spiegel» berichtete er weiter, dass K. bei Zusammenkünften gelegentlich für eine Stunde verschwunden sei, offenbar, um Ermittler zu treffen. Einmal sei K. nach einer Unterbrechung zurückgekehrt und habe plötzlich gewusst, dass die deutschen Behörden die Gruppe namentlich kenne und gegen sie ermittle. «Dann sagte er mir, dass er diese Informationen vom Geheimdienst klauen würde», gab Selek zu Protokoll.

Selek war nach Einschätzung der Bundesanwälte nur in die Beschaffung der Zünder verwickelt und könnte durch ein Geständnis am meisten gewinnen. Sein Verteidiger rechnet zudem mit Strafnachlass, wenn die Aktion unter den Augen staatlicher Dienste abgelaufen sein sollte.

Terrorismus / Prozesse
25.07.2009 · 13:24 Uhr
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