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«Sauerland-Gruppe» sollte deutsche Politiker töten

Verteidigungsminister Franz Josef Jung galt der «Sauerland-Gruppe» als legitimes Anschlagsziel. (Archivbild)Großansicht
Düsseldorf (dpa) - Die «Sauerland-Gruppe» sollte im Auftrag der Islamischen Dschihad-Union (IJU) auch Terroranschläge auf deutsche Politiker verüben. «Es wäre ein legitimer Dschihad (heiliger Krieg) gewesen, wenn deutsche Politiker, die Soldaten nach Afghanistan schicken, getroffen worden wären.»

Dies sagte der Angeklagte Fritz Gelowicz am Dienstag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. IJU-Chef «Achmed» habe zwar keine Vorgabe gemacht, es sich aber «gewünscht». Die Gruppe habe das Ziel später nicht mehr verfolgt, weil es ihr als zu aufwendig erschien.

In dem Terror-Prozess müssen sich vier Angeklagte wegen der Vorbereitung von Anschlägen auf US-Ziele in Deutschland verantworten. Laut Anklage sollten die Anschläge vor der Abstimmung des Bundestags über die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan im Oktober 2007 erfolgen. Die Gruppe war im September 2007 im Sauerland aufgeflogen. Noch wenige Wochen zuvor hatte die IJU die mutmaßlichen Terroristen per Email unter Zeitdruck gesetzt.

Nach dem mutmaßlichen Rädelsführer Gelowicz sowie Adem Yilmaz gestand auch der jüngste Angeklagte, Daniel Schneider, am Dienstag ein, Mitglied der IJU gewesen zu sein und deren Anführer «Achmed» einen Treueeid geleistet zu haben. Die IJU ist eine usbekische Terrorgruppe, deren Aktionen ehemals auf die zentralasiatische Republik gerichtet waren. Nach den Worten Schneiders war das Angebot der IJU, den Treueschwur zu leisten, eine große Ehre. «Das ist so, als wenn Ihnen jemand anbietet, zum Rotary-Club beizutreten.»

Nach Aussage Schneiders war es Zufall, dass er und seine Mitstreiter zur IJU stießen, in deren Lager im pakistanisch- afghanischen Grenzgebiet sie dann ausgebildet worden waren. «Wir hätten auch bei einer anderen Gruppe landen können», sagte Schneider. Informationen über die IJU und deren usbekischen Hintergrund erhielten die Angeklagten nach übereinstimmenden Aussagen erst während ihrer Ausbildung. Im Terror-Camp in Waziristan eröffnete IJU- Anführer «Achmed» Gelowicz und Yilmaz seinen Auftrag, dass sie Anschläge in Deutschland verüben sollten. Schneider wurde über die Pläne später in Deutschland in Kenntnis gesetzt.

Im Frankfurter Terroristen-Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Islamischen Dschihad Union (IJU) hat der Angeklagte Omid S. Kontakte zu Amed Yilmaz zugegeben, einem Mitglied der sogenannten Sauerland-Gruppe. Der 28 Jahre alte Omid S. sagte am Dienstag vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt, er habe vor seiner Abreise in ein terroristisches Ausbildungslager im Grenzgebiet von Afghanistan und Pakistan Yilmaz seine Kreditkarte mit Geheimzahl gegeben. Das Geld auf dem Konto sollte Yilmaz «für den Islam verwenden».

Prozesse / Terrorismus
01.09.2009 · 14:33 Uhr
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