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Saudi-Arabien bei Klimaverhandlungen am Pranger

Ölfeld in Saudi-ArabienGroßansicht
Bangkok (dpa) - Saudi-Arabien blockiert nach Auffassung von Umweltschützern einen ehrgeizigen Klimaschutzvertrag, um seine Ölindustrie zu retten. Diesen Vorwurf erhoben die libanesische Organisation IndyACT und Germanwatch am Donnerstag bei den UN-Klimaverhandlungen in Bangkok.

Die saudische Delegation hindere mit immer neuen Bremsmanövern andere Entwicklungsländer daran, mit einer geschlossenen Haltung aufzutreten, sagte Wael Hmaidan von der Umweltgruppe IndyACT.

In Bangkok verhandeln bis Freitag 1500 Beamte aus aller Welt über den Entwurf für ein neues Weltklimaabkommen. Es soll im Dezember in Kopenhagen verabschiedet werden und 2012 das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase ablösen. Die Industrieländer müssen sich dafür auf ehrgeizige Ziele zur Reduzierung ihrer Emissionen verpflichten. Der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sprach von einer konstruktiven Atmosphäre in Bangkok. Es fehlten aber die politischen Signale der Industrieländer für ehrgeizige Ziele zur Verminderung der Emissionen und für umfangreiche Finanzzusagen, um armen Ländern bei der Bezahlung von Klimaschutz und Schutz vor den Folgen des Klimawandels zu helfen.

«Man kann nicht hergehen und sagen, der Weg (zum Klimaschutz) führt über weniger Abhängigkeit vom Öl, weil damit das Problem den Entwicklungsländern aufgebürdet wird, vor allem denen, die vom Ölexport abhängen», sagte der Leiter der saudischen Delegation, Mohammad Al Sabban. Nach einem Bericht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) würde der Ölverbrauch bei einer drastischen Reduzierung der Emissionen bis 2030 steigen und dann sinken. Bis dahin würden die Öl exportierenden Länder weitere 23 Billionen Dollar einnehmen. Al Sabban sorgt sich aber über die Zeit danach. Die Öl-Länder seien dabei, ihre Wirtschaft zu diversifizieren, aber das brauche Zeit. Saudi-Arabien will im Rahmen des Klimavertrags Kompensationszahlungen für sich und andere durchsetzen.

Der Vorsitzende der G77-Gruppe der Entwicklungsländer, Lumumba D'Aping, aus dem Sudan wies den Vorwurf einer Blockadehaltung Saudi- Arabiens zurück. Mit solchen Aussagen versuchten Industrieländer, einen Keil zwischen die Entwicklungsländer zu treiben. Die anderen G77-Länder seien wie Saudi-Arabien der Auffassung, dass wirtschaftliche Nachteile durch den Klimaschutz berücksichtigt und kompensiert werden müssten.

Saudi-Arabien sei als einziges Land gegen die Festlegung eines klaren Prozentsatzes zur Reduzierung der weltweiten Emissionen, sagte Christoph Bals von der deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Saudi-Arabien war nach Angaben von Germanwatch 2006 für 1,4 Prozent der weltweiten klimaschädlichen Emissionen verantwortlich. Pro Kopf der Bevölkerung gehört das Land aber mit Luxemburg, Australien, den USA und Kanada zu den größten Klimasündern der Welt. Der Ausstoß stieg seit 1990 um 111 Prozent.

UN / Klima
08.10.2009 · 14:00 Uhr
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