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Sarrazin lehnt weitere Erklärungen ab

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Berlin (dpa) - In der Affäre um seine abwertenden Äußerungen über Ausländer hat Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin weitere Erklärungen abgelehnt.

«Sie können mich alle noch so erwartungsvoll angucken. Ich halte eine Rede, und dann fahre ich nach Frankfurt», sagte Sarrazin am Montag vor einem Auftritt beim 3. Mittelstandstag in Berlin. Er verwies auf seine Erklärung vom vergangenen Donnerstag, in der er sich für seine Äußerungen entschuldigt hatte. Der 64-Jährige war bis Mai sieben Jahre Finanzsenator in Berlin und hatte schon in dieser Amtszeit durch zahlreiche provokante Thesen Empörung und Schlagzeilen ausgelöst.

Bundesbank-Präsident Axel Weber hatte Sarrazin am Wochenende indirekt den Rücktritt aus dem Vorstand der Bundesbank nahegelegt. Weber sagte, es gehe um die Glaubwürdigkeit der Bundesbank, die ein hohes Ansehen genieße. Weber sagte aber auch, die Entschuldigung Sarrazins sei notwendig und angemessen gewesen. Der Bundesbank- Präsident soll Sarrazin vor der Veröffentlichung dringend um Änderungen des Textes gebeten haben.

In seinem einstündigen Vortrag über Finanz- und Wirtschaftspolitik nach der Bundestagswahl ging Sarrazin am Montag auf das Thema nicht ein. Nur an einer Stelle sagte er über Wirtschaftsforscher, die sich lieber gemeinsam auf eine falsche Prognose einigen würden, anstatt eine abweichende Einzelprognose zu wagen, weil sie dann bei einem Irrtum alleine dastehen würden: «Übrigens kann man das auch auf viele andere Themen anwenden, die hiermit nichts zu tun haben.»

Sarrazin hatte mit einem Interview in der Zeitschrift «Lettre International» für Empörung gesorgt. In dem fünfseitigen Interview sagte das SPD-Mitglied unter anderem, eine große Zahl von Arabern und Türken in Berlin habe keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es werde sich auch vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. «Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.» Die Lösung des Problems könne nur heißen: kein Zuzug mehr.

[IHK Berlin]: Fasanenstraße 85, 10623 Berlin

Integration / Bundesbank
05.10.2009 · 15:40 Uhr
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