News
 

Sarkozy bildet nach Wahlschlappe Regierung um

SarkozyGroßansicht
Paris (dpa) - Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat nach der herben Niederlage bei den Regionalwahlen seine bürgerlich-rechte Regierung umgebildet. Prominentestes Opfer des Stühlerückens wurde Arbeitsminister Xavier Darcos.

Als Spitzenkandidat einer der Listen des Regierungsbündnisses hatte er besonders schlecht abgeschnitten. Der 62-Jährige muss das Kabinett kurz vor der wichtigen Rentenreform verlassen. Sein Nachfolger wird Haushaltsminister Eric Woerth, wie Sarkozy am Montagabend mitteilen ließ.

Woerths Posten bekommt der «junge Wilde» François Baroin. Der 44- Jährige gilt als Vertrauter von Ex-Staatschef Jacques Chirac und als Kritiker im eigenen Lager. Er hatte Präsident Sarkozy zuletzt offen vorgeworfen, zu viele linke Politiker auf Regierungsposten gesetzt zu haben. Neben Arbeitsminister Darcos muss auch der für Armut und Jugend zuständige Hohe Kommissar Martin Hirsch die Regierung verlassen. Er war einer derjenigen, die für die «Öffnung nach links» standen.

Mit Georges Tron holt Sarkozy zudem ein Mitglied aus dem Lager seines parteiinternen Rivalen Dominique de Villepin ins Kabinett. Villepin will nach Angaben aus seinem Umfeld am Donnerstag die Gründung einer neuen Partei ankündigen. Diese soll bis zu den kommenden Präsidentenwahlen im Jahr 2012 eine Alternative zum Bündnis von Sarkozy werden. Nach am Montag veröffentlichten Umfrageergebnissen sähen 16 Prozent der Befragten Villepin gerne als Präsidentschaftskandidaten der Rechten - Sarkozy kommt derzeit lediglich auf 14 Prozent.

Neu ins Kabinett rückt neben Baroin und Tron der Abgeordnete der Regierungspartei UMP, Marc-Philippe Daubresse. Er wird als Minister für die französische Jugend zuständig sein. Tron soll sich als Staatssekretär unter anderem um den öffentlichen Dienst kümmern.

Die Opposition aus Sozialisten, Grünen und anderen linken Gruppen war in der zweiten Runde der Wahl am Sonntag landesweit auf rund 54 Prozent gekommen, das Regierungslager lag weit abgeschlagen bei rund 35 Prozent. Für die Linken ist es das beste Ergebnis seit knapp drei Jahrzehnten. Die Konservativen konnten sich im europäischen Teil Frankreichs lediglich im Elsass an der Grenze zu Deutschland halten. Ihre zweite Bastion Korsika ging an die Opposition.

Derweil zeigte eine am Montag veröffentlichte Umfrage, dass sich 40 Prozent der Franzosen wünschen, Sarkozy möge bei den Reformen eine Pause einlegen. Allerdings sind zugleich mehr als die Hälfte überzeugt, dass er sich durch das Wahlergebnis nicht von seinem Kurs abbringen lässt. Fillon hatte bereits kurz nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse betont: «Ein großes Land wie Frankreich kann man nicht nach dem Rhythmus von Regionalwahlen regieren.» Das nächste große Projekt ist die Rentenreform. Bereits Mitte April soll ein Entwurf vorliegen.

Wahlen / Frankreich
22.03.2010 · 21:01 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
24.05.2017(Heute)
23.05.2017(Gestern)
22.05.2017(Mo)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen