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Sarah Palin tritt als Gouverneurin zurück

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Washington (dpa) - Überraschender Rückzug von Sarah Palin: Die republikanische Vizepräsidentschafts-Kandidatin bei den US-Wahlen im vergangenen November tritt als Gouverneurin des US-Bundesstaates Alaska zurück. Sie werde das Amt Ende des Monats abgeben, kündigte die 45-Jährige am Freitag an.

Was sie künftig tun wird, ließ sie völlig offen. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz in ihrer Heimatstadt Wasilla meinte sie lediglich, sie wolle «positiven politischen Wandel außerhalb der Regierung bewirken.» Sie wolle verhindern, gut ein Jahr vor den Gouverneurswahlen in Alaska zu einer «lahmen Ente» zu werden. Palin war im vergangenen November Vizekandidatin des unterlegenen republikanischen Senators John McCain.

Warum sie zurücktritt ist nach  Meinung politischer Kommentatoren völlig unklar. Möglicherweise wolle sie sich auf eine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen 2012 vorbereiten. Dagegen meinte der TV-Sender MSNBC unter Berufung auf Vertraute, ihr Schritt deute auf einen dauerhaften Rückzug aus der Politik hin. Andere Kommentatoren sprachen von einer «dummen Entscheidung».

Auch von einem hoch bezahlten Job in der Privatwirtschaft war die Rede. Eine Kommentatorin des TV-Senders CNN verwies auch darauf, dass wegen fallender Ölpreise das Regieren in Alaska schwieriger werden könnte. Als eine weitere Möglichkeit wurde genannt, das sie bei den Senatswahlen im nächsten Jahr antreten wolle.

Als persönliche Begründung gab Palin an, mehr Zeit mit ihrem jüngsten Kind verbringen zu wollen, das 2008 mit Down-Syndrom geboren wurde. «Ich bin entschlossen, den richtigen Weg für Alaska zu wählen, auch wenn dieser nicht üblich ist«, sagte sie. Während ihrer Erklärung, die im TV übertragen wurde, standen ihr Ehemann und ihre fünf Kinder neben ihr.

Palin gilt im republikanischen Lager trotz der Niederlage im vergangenen November als überaus populär. Besonders im religiös-konservativen Flügel hat sie viele Anhänger. Zugleich wurde sie aber wegen ungeschickter Äußerungen auch zur Zielscheibe beißender Kritik in den Medien. Zugleich stellte sich heraus, dass Palin im Wahlkampf über 150 000 Dollar für Kleidung ausgegeben hatte, was ihr Image als bodenständige, volksnahe Frau und Mutter erhebliche schadete.

Innenpolitik / Leute / USA
04.07.2009 · 09:10 Uhr
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