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Säuglingen in Mainz geht es besser

Tod von Babys in Uniklinik MainzGroßansicht

Mainz (dpa) - Vier kleinen Patienten an der Uni-Klinik Mainz geht es nach der Gabe verseuchter Infusionen besser. Drei Babys waren zuvor gestorben. Die Symptome der Bakterieninfektion bei den überlebenden Säuglingen gingen zurück, sagte eine Klinik-Sprecherin am Mittwoch.

Sie litten jedoch weiter an ihren schweren Vorerkrankungen. Bei der Ursachenforschung hatten die Ermittler zunächst kein Ergebnis. Die mikrobiologischen Untersuchungen unter anderem der Mischautomatik für die Nährlösungen dauerten an.

Am vergangenen Freitag hatten elf schwer kranke Kinder auf der Intensivstation eine mit Darmbakterien verschmutzte Infusion bekommen. Drei Babys, darunter zwei Frühchen, starben. Ob die verunreinigte Lösung zum Tod führte, ist bisher unklar. Die politische Debatte um Klinikhygiene ging unterdessen weiter - auch wenn es sich in dem Mainzer Fall nicht um die typischen multiresistenten Krankenhauskeime handelt.

Dennoch reagierten Kliniken deutschlandweit auf den Tod der Babys und überprüften ihre Verfahren bei der Herstellung von Infusionen. Dies ergab eine dpa-Umfrage. «Wir sind jetzt noch sorgfältiger», sagte der ärztliche Leiter der Intensivstation für Neu- und Frühgeborene der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, Georg Frey. Aus den Hamburger Asklepios-Kliniken hieß es, man sei alarmiert und habe alle Klinikmitarbeiter nochmals an die strengen Hygienevorschriften erinnert. Das Universitätsklinikum Jena erhöhte die ohnehin strengen Sicherheitsstandards.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schloss sich Forderungen nach bundesweit schärferen Regeln bei der Klinikhygiene an. «Die Zielrichtung muss sein, sich mit den Ländergesundheitsministern möglichst rasch zu einigen darauf, dass Hygieneverordnungen für alle Länder verpflichtend werden», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern kündigten an, noch im Herbst über eine bessere Hygiene in Krankenhäusern zu beraten.

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) sagte, das Landeskrankenhausgesetz werde derzeit überarbeitet und solle den Gesundheitsämtern bessere Eingriffsmöglichkeiten geben. Die Landesregierung werde aber nicht vorschreiben, dass jede Klinik einen hauptamtlichen Facharzt für Hygiene beschäftigen müsse, erklärte Dreyer. Die CDU-Fraktion im Mainzer Landtag kritisierte, dass Rheinland-Pfalz bislang keine Krankenhaushygieneverordnung habe.

Dreyer warnte im SWR davor, die Baby-Todesfälle mit der allgemeinen Hygienedebatte in Zusammenhang zu bringen. Die Mainzer Ereignisse hätten mit der Diskussion über Standards in Krankenhäusern «überhaupt nichts» zu tun und dürften damit «nicht durcheinandergebracht» werden, sagte sie dem Südwestrundfunk (SWR).

Notfälle / Kinder / Medizin
25.08.2010 · 16:39 Uhr
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