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Säugling an Schweinegrippe erkrankt

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Lübeck (dpa) - In Deutschland ist erstmals ein wenige Tage alter Säugling an der Schweinegrippe erkrankt. Der am Montag sechs Tage alte Junge sei mit einer minimalen Dosis des Grippemittels Tamiflu behandelt worden, es gehe ihm gut, sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

Weltweit sind inzwischen seit dem ersten Auftreten im April etwa 700 Menschen an der Krankheit gestorben, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Allein in den vergangenen zwei Wochen erlagen demnach mehr als 270 Erkrankte dem Erreger. Eine WHO- Sprecherin sagte, eine genaue Zahl der weltweiten Opfer liege nicht mehr vor, da die Länder seit vergangener Woche nicht mehr verpflichtet seien, der WHO die Todesopfer zu melden. Fest stehe, dass sich das Virus weiter rasant ausbreite.

Dies gilt auch für Deutschland: In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl registrierter Fälle binnen weniger Tage sprunghaft auf fast 800. Allein seit Montagabend seien 209 neue Fälle bestätigt worden, teilte das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) in Münster mit. Meist seien Reisende erkrankt, die aus den spanischen Ferienregionen Mallorca oder Lloret de Mar an der Costa Brava zurückgekehrt seien. Der Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler, plädierte dafür, dass Touristen mit Symptomen der Schweinegrippe die Heimreise isoliert antreten sollten.

Zum Ende der Sommerferien rechnen Experten mit einer beschleunigten Ausbreitung der Krankheit. In Niedersachsen kündigte der Leiter des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, spezielle Informationen für Schulen zum Verhalten bei Erkrankungen an. Auch in Niedersachsen steigt die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen vor allem wegen Urlaubern stark an, die sich auf Mallorca angesteckt haben. Insgesamt wurden in Niedersachsen bislang 430 Fälle registriert.

Der Mediziner Helmut Beermann aus Hannover erklärte, er habe am Eingang seiner Praxis ein großes Hinweisschild angebracht. Darauf bittet er möglicherweise Erkrankte, draußen zu warten und viermal zu klingeln. Mit Handschuhen und Mundschutz schleuse er sie dann am Wartezimmer vorbei direkt in einen Behandlungsraum.

Unterdessen wurden bundesweit die Regelungen für den Umgang mit Schweinegrippe-Fällen gelockert. Bisher sei nach jeder Kontaktperson eines Erkrankten gesucht und diese in Quarantäne gesteckt worden, erläuterte Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Nun laute die Empfehlung, sich darauf zu beschränken, die Ansteckung besonders gefährdeter Gruppen zu vermeiden. Eine Krankenschwester mit erkranktem Mann etwa dürfe sehr wohl am Kiosk eine Zeitung kaufen, solle aber nicht im Krankenhaus arbeiten. Ähnliches gelte für eine Kindergärtnerin.

Kinder infizierter Eltern sollen künftig zwar nicht in die Schule geschickt werden, sie müssen aber nicht mehr zu Hause in Quarantäne bleiben. Ein Grund für die gelockerten Regeln ist, dass es wenig Sinn macht, massenhaft Kontaktpersonen zu Hause unter strenge Quarantäne zu stellen - zumal die Einhaltung auch kaum zu kontrollieren wäre.

Gesundheit / Grippe
21.07.2009 · 17:37 Uhr
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