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Sachsen legt für Flutopfer Darlehensprogramm auf

Dresden (dpa) - Sachsen legt für die Opfer des Hochwassers ein Darlehensprogramm im Umfang von 100 Millionen Euro auf. Das Kabinett wolle das am Dienstag beschließen, kündigte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Abend nach einem Treffen mit seinen Kabinettskollegen an.

Das Angebot richte sich an Privatleute und Unternehmen, die entweder keine Flutschäden-Versicherung haben oder zu lange auf ihr Geld warten müssten. Zur Unterstützung der Kommunen sollen bestehende Förderprogramme angepasst werden, sagte Tillich.

Der Regierungschef schätzte, dass sich die Schäden der am Samstag über Teile Sachsens hereingebrochenen Flut in einem dreistelligen Millionenbereich bewegen werden. Um das Programm zu finanzieren, werde Sachsen rund zehn Millionen Euro in die Hand nehmen, sagte Tillich. Die Darlehen sollen für maximal 18 Monate gewährt werden und spätestens am kommenden Wochenende bei der Sächsischen Aufbaubank bereitstehen. Auch der Bund, andere Bundesländer und die Bahn hätten bereits ihre Unterstützung angeboten.

Tillich kündigte außerdem eine umfassende Untersuchung der Informationsketten nach dem Staudammbruch in Polen an. «Wir werden das aufklären», sagte er. Die Wassermassen hatten die Neiße innerhalb kürzester Zeit massiv und quasi ohne Vorwarnung anschwellen lassen, betroffen war vor allem das nahegelegene Görlitz. Die Behörden in Sachsen seien zunächst nur über eine erhöhte Abflussmenge aus der Talsperre, nicht aber über einen Dammbruch informiert worden, sagte der Regierungschef. Das habe Zeit gekostet.

Insgesamt gesehen hätten die Informationsketten gut funktioniert, jedoch habe man mit den extrem kurzen Vorlaufzeiten nicht immer und überall Schritt halten können. «Es ist nichts gut genug, um nicht noch besser gemacht zu werden», sagte Tillich.

Wetter / Hochwasser / Hilfen
09.08.2010 · 22:50 Uhr
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