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Saar-Ministerin: Sarrazin erschwert Integration

Annegret Kramp-Karrenbauer, saarländische Kultusministerin. (Archivbild)

Saarbrücken (dpa) - Die umstrittene Thesen von Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin erschweren nach Auffassung der saarländischen Sozialministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Integration von Ausländern.

«Sarrazin zeichnet ein ins Negative verzerrtes Bild der Realität», sagte Kramp-Karrenbauer der Nachrichtenagentur dpa in Saarbrücken. Er lasse die positiven Beispiele außen vor und erwecke den Eindruck, alles, was mit Ausländerintegration zu tun habe, sei nur negativ besetzt. «Damit werden die Vorurteile vieler Inländer geschürt und die Haltung der Ausländer bestärkt: "Wir sind hier nicht willkommen."»

«Wenn sich die medialen Rauchwolken verzogen haben, werden die Bürgerinnen und Bürger fragen: Was ist die Antwort auf Sarrazins Befund?», sagte die Ministerin. Die Enttäuschung der Bürger über die Politik sei programmiert. Die CDU-Politikerin räumte ein: «Über viele Jahre wurde in Deutschland keine nachhaltige Integrationspolitik betrieben. Das gilt in besonderem Maße für die CDU.» Mit einer «vernetzten Integrationspolitik» sei erst unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) begonnen worden. Seitdem sei die Integration vorangekommen.

Als Vorstandsmitglied der Bundesbank hält Kramp-Karrenbauer Sarrazin nach dessen Äußerungen zur genetischen Vorbestimmung der Intelligenz etwa von Juden und Arabern für «nicht mehr tragbar». Solche Thesen setzten «auf Gedankengut aus der nationalsozialistischen Zeit». Kramp-Karrenbauer sagte: «Damit wird ein Bodensatz in der Gesellschaft bedient. Das macht mir Angst.»

Migration / Integration
05.09.2010 · 10:14 Uhr
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