News
 

Saar: Lafontaine antwortet auf Regierungserklärung

Oskar LafontaineGroßansicht
Saarbrücken (dpa) - Linksparteichef Oskar Lafontaine ist am Mittwochvormittag wie angekündigt im saarländischen Landtag eingetroffen. Der 66-Jährige will am Vormittag auf die erste Regierungserklärung von Peter Müller (CDU) als Ministerpräsident einer schwarz-gelb-grünen Landesregierung antworten.

Am Dienstag hatte Lafontaine mitgeteilt, dass er an Krebs erkrankt ist. Er soll bereits am Donnerstag operiert werden.

Anfang Oktober hatte Lafontaine, der auch Fraktionschef der Linkspartei im saarländischen Landtag ist, sich überraschend von der Spitze der Bundestagsfraktion der Linkspartei verabschiedet. Auffällig war, dass der Spitzenmann der Linken zuvor schon im Bundestagswahlkampf wenig in Erscheinung trat. Dies hatte damals schon Gerüchte über eine Erkrankung genährt.

Mit dem Rückzug von der Linken-Fraktionsspitze hatte Lafontaine in Berlin und Saarbrücken für einen politischen Paukenschlag gesorgt. Zehn Jahre nach seinem plötzlichen Rücktritt als SPD-Chef und Finanzminister überraschte er auch die Linkspartei mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Sein bisheriger Co-Fraktionschef Gregor Gysi wurde zum alleinigen Vorsitzenden gewählt.

Nach überstandener Operation will Lafontaine «zu Beginn des neuen Jahres» unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber entscheiden, «in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe», hieß es in einer Erklärung. Offen ist damit, ob er sein Bundestagsmandat behält. In Berlin hieß es dazu in Fraktionskreisen, es sei «müßig, darüber zu spekulieren».

Mit Lafontaine und Gysi als Spitzenkandidaten hatte die Linke bei der Bundestagswahl Ende September mit 11,9 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren. Die Darstellung, Lafontaine wolle sich künftig auf eine Stärkung der Linksfraktion im Saarland konzentrieren, hatte der 66-Jährige zurückgewiesen - auch, dass er einen «Rückzug in Raten» aus der Politik vorbereite. Er wolle Parteichef bleiben und auch sein Bundestagsmandat nicht niederlegen, um so weiterhin Einfluss auf die Berliner Parlamentsarbeit auszuüben, hatte er damals erklärt.

Gysi sagte dem «Berliner Kurier» (Mittwoch): «Ich wünsche meinem Freund Oskar alles Gute und ich bin zuversichtlich, dass er wieder gesund wird und mit aller Kraft zu uns zurückkehren wird.» Auch aus anderen Parteien erhielt Lafontaine Genesungswünsche. Saarlands SPD-Chef Heiko Maas sagte in der Berliner Zeitung «B.Z.» (Mittwoch): «Ich wünsche Oskar Lafontaine eine schnelle Genesung und einen guten Verlauf der bevorstehenden Operation.»

Parteien / Linke / Personalien
18.11.2009 · 09:32 Uhr
[0 Kommentare]

Die aktuellen Schlagzeilen

 
 

 

News-Archiv

 
Diese Woche
28.03.2017(Heute)
27.03.2017(Gestern)
Letzte Woche
Vorletzte Woche
Top News

Weitere Themen