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Russlands Präsidentenwahl beginnt im frostigen Osten

Wladimir PutinGroßansicht

Moskau (dpa) - Unter großen Sicherheitsvorkehrungen haben in Russland die Präsidentenwahlen begonnen. Im äußersten Osten des Riesenreichs öffneten die ersten Wahllokale. Das größte Land der Erde erstreckt sich über neun Zeitzonen.

Im Gebiet Tschukotka gaben die ersten Wähler bei strengem Morgenfrost von 35 Grad ihre Stimme ab. In der Hauptstadt Moskau mit mehr als zehn Millionen Einwohnern läuft die Abstimmung an diesem Sonntag um 05.00 Uhr MEZ an. Landesweit sind 110 Millionen Menschen aufgerufen, den Nachfolger von Kremlchef Dmitri Medwedew zu wählen.

Als Favorit unter den fünf Kandidaten gilt Regierungschef Wladimir Putin, der bereits von 2000 bis 2008 das höchste Staatsamt innehatte. Zwar waren am Tag vor der Abstimmung jede Wahlwerbung und auch die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen verboten. Letzte Meinungsforschungen sahen aber Putin, der schon von 2000 bis 2008 das höchste Staatsamt innehatte, zwischen 50 und 66 Prozent der Stimmen.

Die letzten der rund 96 000 Wahllokale schließen am Sonntag um 18.00 Uhr MEZ in der westlichen Exklave Kaliningrad, dem früheren Königsberg. Erste aussagekräftige Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet. Für Wirbel kurz vor der Wahl sorgte die Festnahme von vier Punk-Musikern nach spektakulären Protestaktionen gegen Putin. Die vermummt auftretende Band Pussy Riots hatte unter anderem in der Erlöserkathedrale und vor dem Kreml gegen Putin protestiert.

Kurz vor der Wahl trafen die Behörden letzte Sicherheitsvorkehrungen. Insgesamt 450 000 Soldaten und Polizisten sollen für einen störungsfreien Verlauf der Abstimmung sorgen, teilte das Innenministerium in Moskau mit. Zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen müssten die Wähler vor allem in Großstädten durch Metalldetektoren an die Urnen schreiten, hieß es.

Nach einem Streit vor der Präsidentenwahl 2008 werden diesmal wieder Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Wahl begleiten. Vor vier Jahren hatte der Staatenbund seine Mission aus Protest gegen die Wahlumstände abgesagt. Die Opposition befürchtet in diesem Jahr massive Fälschungen und eine der «schmutzigsten Wahlen» in Russland überhaupt, da es um Putins politische Zukunft gehe.

Gemäß einer Verfassungsänderung dauert eine Amtszeit künftig nicht mehr nur vier, sondern sechs Jahre. Medwedew - der bisher jüngste Kremlchef aller Zeiten - verzichtete zugunsten seines politischen Ziehvaters Putin (59) auf eine Kandidatur. Medwedew soll in einer umstrittenen Rochade künftig das untergeordnete Amt des Regierungschefs antreten. Der Rollentausch wird für Mai erwartet.

Wahlen / Präsident / Russland
03.03.2012 · 21:54 Uhr
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