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Russland: Regierung und «Extremisten» schuld an Massaker

Moskau (dpa) - Die UN-Vetomacht Russland macht sowohl die syrische Regierung als auch «Extremisten» für das Massaker an mehr als 110 Zivilisten in der Stadt Al-Hula verantwortlich.

«Es besteht kein Zweifel, dass die Behörden Artillerie und Panzer eingesetzt haben», sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag bei einer Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen William Hague in Moskau. Allerdings müsse die Schuld «objektiv verteilt» werden. Er forderte eine unabhängige Untersuchung. Hague wies der Führung des umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad die Hauptschuld zu und forderte dessen Rücktritt.

Lawrow sagte, ein Regimewechsel sei «nicht das Wichtigste». «Für Russland ist nicht wichtig, wer in Syrien regiert», sagte der Minister weiter. «Wichtig ist, dass die Gewalt in Syrien beendet wird, dass das Auslöschen von Leben beendet wird, damit die Syrer selbst in einem Dialog ohne Einmischung von außen ihr Schicksal bestimmen.»

Hague appellierte an Russland, mehr Druck auf dessen engen Partner Syrien auszuüben. Lawrow habe allerdings Recht, dass auch die Rebellen eine Verantwortung für die Gewalt im Land hätten, sagte Hague.

Zuvor hatte der stellvertretende russische UN-Botschafter Alexander Pankin gesagt, es sei nicht auszuschließen, dass es sich bei dem Massaker um eine «Provokation» von Rebellen handele. Zudem schloss Pankin auch eine Beteiligung ausländischer Sondertruppen nicht aus.

Moskau und London unterstützten weiter den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan, sagten die Minister. «Wir stimmen mit unserer Sicht, wie die Ziele umzusetzen sind, nicht immer überein», sagte Lawrow. Er kündigte eine engere und vertrauensvollere Zusammenarbeit an, um eine Lösung zu finden.

Konflikte / Syrien / Russland / Großbritannien
28.05.2012 · 14:23 Uhr
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