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Russland reagiert zurückhaltend auf Enthüllungen

Dmitri MedwedewGroßansicht

Moskau (dpa) - Russland hat mit Zurückhaltung auf die Veröffentlichung vertraulicher diplomatischer US-Depeschen durch die Internetplattform WikiLeaks reagiert.

«Vor Abgabe eines Kommentars müsste man erst das Originaldokument sehen und zudem prüfen, ob der eine andere andere Ausdruck korrekt übersetzt wurde», sagte der Sprecher von Regierungschef Wladimir Putin, Dmitri Peskow, am Montag nach Angaben der Agentur Interfax. Jede schnelle Reaktion auf eine angebliche Einschätzung Putins durch US-Diplomaten wäre verfrüht. «Erst wenn man weiß, dass es sich bei der erwähnten Person wirklich um den russischen Regierungschef handelt, könnte man sich äußern.»

Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter von Kremlchef Dmitri Medwedew sagte der Tageszeitung «Kommersant» (Montag), die USA hätten Russland vorab informiert. Auch russische Diplomaten würden in internen Depeschen eine andere Sprache benutzen als sonst.

In den vertraulichen US-Dokumenten wird Putin als «Alpha-Rüde» charakterisiert, Medwedew dagegen als «blass» und «zögerlich». Allerdings dürfte die Einschätzung, dass Putin weiter stärkster Politiker Russlands ist und Medwedew ein Präsident ohne eigene Machtbasis, von den meisten Russen geteilt werden.

Zudem wird Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi in den US-Depeschen als Putins «Sprachrohr» in Europa bezeichnet. Tatsächlich hat Berlusconi für diesen Freitag - in Fortsetzung seiner auffallend häufigen Russland-Besuche - erneut eine Reise nach Moskau angekündigt. Erst im Oktober hatte Italiens Regierungschef in St. Petersburg «privat» an Feiern zu Putins 58. Geburtstag teilgenommen.

Konflikte / Internet / Russland / USA
29.11.2010 · 11:11 Uhr
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