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Russland atmet auf - Sojus-Start geglückt

Im Schneegestöber ist am Montagmorgen eine Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur zur ISS gestartet. Foto: Mikhail MetzelGroßansicht

Moskau (dpa) - Aufatmen nach einer beispiellosen Pannenserie in Russlands Raumfahrt: Mit einem US-Amerikaner und zwei Kosmonauten an Bord ist eine Sojus-Rakete mit einer Raumkapsel plangemäß zur Internationalen Raumstation ISS in 350 Kilometern Höhe gestartet.

Die neue Langzeitmission startete um 5.14 Uhr MEZ am Weltraumbahnhof Baikonur (Kasachstan), wie das russische Staatsfernsehen zeigte. Weiter gekämpft wurde um die Marsmond-Sonde Phobos-Grunt, zu der sich kein Funkkontakt herstellen lässt. Sollte dies weiter nicht gelingen, rechnet die Raumfahrtbehörde Roskosmos für Januar mit einem Absturz des Apparats mit 7,5 Tonnen Treibstoff und radioaktivem Kobalt an Bord.

Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin überzeugte sich persönlich vom ordnungsgemäßen Ablauf der mit Spannung erwarteten Sojus-Mission. Auf den Start richtete sich nach mehreren Pannen mit Raketen und Satelliten auch das Augenmerk ausländischer Experten: Russland ist nach dem Aus für die US-Shuttles das einzige Land, das bemannte Raumflüge zur ISS organisiert. Der Flug war nach dem Absturz eines unbemannten Progress-Raumfrachters für die ISS im August verschoben worden. Die Kosmonauten Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin sowie der US-Astronaut Daniel Burbank werden nun an diesem Mittwoch um 6.33 Uhr MEZ auf der ISS erwartet.

Obschon die für bemannte Raumflüge benutzten Raketen und Kapseln vom Typ Sojus nicht von den jüngsten Pannen betroffen waren, sprachen Beobachter von spürbarer Nervosität auf dem Kosmodrom Baikonur. Schließlich war erst in der Woche zuvor die erste interplanetare russische Raumfahrtmission seit 15 Jahren zum Marsmond Phobos nicht glatt gelaufen. Trotz dieser «großen Unerfreulichkeit» werde Russland seine wissenschaftliche Erforschung des Kosmos fortsetzen, so der Roskosmos-Chef. «Der Mars liebt die Erdenbürger nicht so sehr.»

Nach Darstellung Popowkins dürfte der Großteil von Phobos-Grunt bei einem Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. «Die Chancen sind gering, dass überhaupt Material die Erde erreicht», sagte er. Deutlich dramatischer werde die für nach 2020 geplante Versenkung der 400 Tonnen schweren ISS im Ozean. Ein Datum für die schwierige Mission nannte er nicht.

Auf dem Außenposten der Menschheit soll die nun gestartete Besatzung bis Mitte März 2012 bleiben. Wache halten dort derzeit der US-Amerikaner Mike Fossum sowie der Russe Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan. Der nächste bemannte Flug zur ISS ist für den 21. Dezember angesetzt. Popowkin kündigte angesichts des Frauenmangels in der Raumfahrt neue Auswahlverfahren an. Derzeit sei nur eine Frau im russischen Kader, die «im Orbit sein sollte». Diese Zahl müsse sich erhöhen.

Raumfahrt / Russland
14.11.2011 · 12:56 Uhr
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