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Russischer Spionagering: USA sehen Fluchtgefahr

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Washington (dpa) - Nach dem Schlag gegen einen mutmaßlichen russischen Spionagering in den USA fürchtet die Staatsanwaltschaft, dass Moskau den Beschuldigten zur Flucht verhelfen könnte.

Mit diesem Argument wandten sich Anklagevertreter am Donnerstag vor einem Gericht in New York gegen Vorstöße der Verteidigung, mehrere der «Maulwürfe» gegen Kaution freizulassen.

Richter Ronald Ellis zeigte sich jedoch in einem Fall gnädig: Er verfügte, dass die peruanische Journalistin Vicky Pelaez gegen eine Kaution von 250 000 Dollar freigelassen werden kann. Allerdings wird sie unter Hausarrest gestellt. Zwei weitere bleiben in Untersuchungshaft, ein dritter - Pelaez' Mann Juan Lazaro - muss noch bis Mitte Juli auf eine Entscheidung warten.

Kurz vor dem New Yorker Haftprüfungstermin war bekanntgeworden, dass Lazaro ein Geständnis abgelegt hat. Er gab nach seiner Festnahme am 27. Juni zu, dass er für den russischen Geheimdienst gearbeitet hat - und Lazaro auch gar nicht sein richtiger Name ist. Er stamme auch nicht - wie er zuvor selbst behauptet hat - aus Uruguay, und sein Haus in Yonkers bei New York sei vom russischen Geheimdienst bezahlt worden.

«Lazaro» plauderte auch aus, dass Vicky in seinem Namen Briefe an den «Service», ein amerikanisches Kürzel für Geheimdienst, weitergeleitet habe. Und er bekannte, dass er zwar seinen Sohn sehr liebe, aber seine Loyalität gegenüber dem russischen «Service» vorgehe.

Das alles geht aus Dokumenten der Staatsanwaltschaft hervor, die dem New Yorker Gericht am Donnerstag vorgelegt wurden. Die Ankläger wollten damit zeigen, dass die Beweise gegen die Beschuldigten überwältigend seien.

Sie argumentierten außerdem, dass russische Offizielle in den USA das Spionagenetzwerk von insgesamt elf Menschen unterstützt hätten. Die mutmaßlichen Agenten könnten im Fall ihrer Freilassung darauf bauen, dass ihnen ein Geheimdienst bei der Flucht helfe. Sie könnten einfach ein russisches Konsulat aufsuchen und dort Zuflucht erhalten: «Sie müssen nicht einmal aus den USA fliehen, um vom amerikanischen Justizsystem nicht mehr erreicht werden zu können.»

Das mutmaßliche Netzwerk bestand aus vier Paaren, die zum Teil auch Kinder haben, und drei Einzelpersonen. Sie sollen jahrelang als Durchschnittsbürger getarnt für Russland spioniert haben. Neben Agententätigkeit wird neun von ihnen auch Geldwäsche vorgeworfen. Zehn der Beschuldigten wurden in den USA gefasst, ein elfter in Zypern festgenommen. Ihm gelang aber die Flucht, nachdem er gegen Kaution freigelassen worden war.

Spionage / Justiz / USA / Russland
02.07.2010 · 16:22 Uhr
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