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Rund 60 Verletzte bei Bombenanschlag in Spanien

Bombenanschlag in SpanienGroßansicht
Burgos (dpa) - Fast genau 50 Jahre nach Gründung der ETA haben mutmaßliche Terroristen der baskischen Untergrundorganisation bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeikaserne in Spanien 65 Menschen verletzt.

Unter den Opfern sind auch sechs Kinder und zwei Schwangere, wie Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba am Mittwoch mitteilte. Die in einem Lieferwagen versteckte 200-Kilo-Bombe explodierte ohne Vorwarnung um 4.00 Uhr morgens vor einer Kaserne der Guardia Civil im nordspanischen Burgos. Zum Zeitpunkt des Anschlages befanden sich 120 Menschen in dem Gebäude, darunter auch 41 Kinder. Es gebe keinen Zweifel, dass die ETA hinter dem Attentat stecke.

Die gewaltige Druckwelle riss die Wände des 14-stöckigen Gebäudes heraus und beschädigte auch angrenzende Gebäude schwer. Die Explosion hinterließ einen 15 Quadratmeter großen Krater im Boden. Dass niemand getötet worden sei, grenze an ein Wunder, sagte ein Regierungsbeamter. Zum Glück seien viele der Beamten derzeit im Urlaub. «Die Terroristen wollten töten und haben selbst den Tod von Kindern in Kauf genommen», sagte Pérez Rubalcaba. «Die ETA ist nicht nur unmenschlich, jetzt hat sie auch noch den Verstand verloren.» Als «besonders hinterhältig» bezeichnete es der Minister, dass es nicht wie üblich einen Warnanruf der ETA gegeben habe. Die Organisation habe den größtmöglichen Schaden gesucht.

Die meisten Opfer erlitten Schnittwunden durch umherfliegende Splitter. Einige mussten wegen Panikattacken behandelt werden. Am Nachmittag konnten die Verletzten die Krankenhäuser aber wieder verlassen. Die Polizei befürchtet nach Medienberichten, dass die ETA noch zwei weitere Autobomben vorbereitet hat. Das Innenministerium hatte mit einem Attentat der ETA gerechnet, weil die Organisation an diesem Freitag ihren 50. Jahrestag begeht. Sie war am 31. Juli 1959 von nationalistischen Studenten in Bilbao gegründet worden. Mit dem Anschlag habe sie ihr Jubiläum «feiern» wollen, hieß es.

Die Guardia Civil (Zivilgarde) ist ein bevorzugtes Ziel baskischer Terroristen. Bei Anschlägen auf deren Kasernen sind in den vergangenen 30 Jahren 33 Menschen getötet und fast 300 verletzt worden. Die ETA kämpft für einen unabhängigen Baskenstaat und hat seit ihrem ersten Mordanschlag 1968 fast 850 Menschen getötet. Ihr bislang letztes Todesopfer war vor sechs Wochen ein Polizist, der nahe Bilbao durch eine Bombe getötet wurde. Dennoch gilt die Organisation dank der Polizeierfolge der vergangenen Monate als so geschwächt wie lange nicht mehr. Erst im April war der mutmaßliche ETA-Militärchef Jurdan Martitegi in Südfrankreich festgenommen worden.

Terrorismus / Spanien
29.07.2009 · 15:22 Uhr
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