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RTL fordert die Einstellung der Digitalkanäle von ARD und ZDF

Köln (dts) - Deutschlands größter Privatsender RTL hat angesichts mangelnden Zuschauerinteresses eine Aufgabe von Kanälen wie Eins Festival, Eins Extra, ZDF Info und ZDF Kultur fordert. "Die Einstellung der vier Digitalkanäle von ARD und ZDF ist überfällig", sagte Tobias Schmid, Medienpolitik-Chef der RTL-Sendergruppe, dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "Denn die Sender finden seit Jahren keine Akzeptanz. Sie erreichen nur eine Zuschauerquote zwischen null und 0,1 Prozent."

Aus der Sicht der Bertelsmann-Tochter sind die Digitalsender ein trojanisches Pferd, um die Expansion im Internet voranzutreiben. "ARD und ZDF versenden in ihren Digitalkanälen Inhalte vor allem, um sie danach im Netz nutzen zu dürfen. Das ist ebenso absurd wie durchsichtig", sagte Schmid. Laut Rundfunkstaatsvertrag können ARD und ZDF nur Beiträge ins Netz stellen, wenn sie zuvor auf einem ihrer Sender gelaufen sind. RTL glaubt, dass es erstmals zu einer Aufgabe von Fernsehkanälen kommen wird. "Die Politik weiß, dass die Kanäle seit Jahren keine Akzeptanz finden, und es liegt allein bei ihr, die Konsequenz daraus zu ziehen", argumentiert Schmid. Seiner Meinung nach sollte sich das ZDF an der BBC ein Beispiel nehmen. Der britische Sender hatte sich im Internet und im Programm eine Selbstbeschränkung auferlegt. "Schon jetzt droht sich das ZDF zu verzetteln. Die Gefahr eines Auftragsversagens besteht." Seit Wochen tobt hinter den Kulissen ein Kampf um die Digitalkanäle. Ausgelöst hatte den Konflikt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Der Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder und ZDF-Verwaltungsratschef hatte die Einstellung von vier Digitalkanälen von ARD und ZDF gefordert und eine neue Kultur des Sparens angemahnt. RTL kritisiert, dass die Digitalkanäle keiner Aufsicht unterliegen. "Wir fordern eine effektive Kontrolle der Digitalkanäle und ihrer Finanzen, die bislang von den Rundfunkräten kaum erfüllt werden kann", sagte Schmid, Vertrauter von RTL-Deutschland-Chefin Anke Schäferkordt.
DEU / Fernsehen / Unternehmen
05.01.2012 · 22:56 Uhr
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