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Ron Paul: Radikalliberaler Polit-Veteran

Ron Paul - obwohl schon 76 Jahre alt - kommt besonders bei jungen Leuten an. Foto: Craig LassigGroßansicht

Washington (dpa) - Betritt der US-Präsidentschaftsbewerber Ron Paul einen Raum voller Anhänger, ertönen Jubelschreie wie sonst nur bei Popstars. Ausgerechnet der mit Abstand älteste Kandidat der Republikaner - er ist 76 - hat die jüngsten Unterstützer.

Vor allem Studenten wählen den Kongressabgeordneten aus Texas, weil er mit seinen radikalliberalen Positionen an ihren Freiheitsdrang und Pazifismus appelliert. Zudem bringt er seine Meinung klar auf den Punkt und sorgt mit seinen ungeschminkten Äußerungen für Lacher.

Dabei klingt das politische Programm des früheren Frauenarztes oft bizarr. Er ist weitgehend gegen die Einmischung des Staates in das Leben der Bürger. Steuern und Sozialleistungen will er auf ein Minimum senken, in der Geldpolitik will er zurück zum Goldstandard, die US-Notenbank Fed bezeichnet er als schädlich für die Wirtschaft. Drogen will er legalisieren, Regulierungen wo immer möglich abbauen.

Paul lehnt auch viele staatliche Sicherheitsprogramme gegen den Terrorismus ab. Die Regierung fache die Ängste an, «so dass es Kriegsrecht geben kann». Er dagegen wolle alle US-Truppen rasch nach Hause holen, auf jegliche Militäreinsätze verzichten und auch Sanktionen wie gegen den Iran wegen des Atomprogramms unterlassen. Auch die Entwicklungshilfe soll eingefroren werden, selbst für eng verbündete Staaten. Auch dadurch wolle er allein in seinem ersten Jahr als Präsident eine Billion Dollar (740 Millionen Euro) sparen.

Mehrfach ließ er durchblicken, am Vorwahlrennen vor allem teilzunehmen, um seine Positionen öffentlich zu machen, die er wörtlich auf die Verfassung stützt. Paul ist seit mehr als vier Jahrzehnten verheiratet und hat fünf Kinder. Sein Sohn Rand ist republikanischer Senator.

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Wahlen / USA
06.03.2012 · 21:09 Uhr
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