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Romney liegt in New Hampshire vorn

Obama und DaleyGroßansicht

Washington/Manchester (dpa) - Der US-Republikaner Mitt Romney ist in New Hampshire als klarer Favorit ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei gegangen.

Der 64 Jahre alte einstige Gouverneur von Massachusetts, der bereits in Iowa gewonnen hatte, lag in Umfragen vor dem Wahlauftakt am Dienstag um durchschnittlich 18 Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten Ron Paul.

Derweil hat US-Präsident Barack Obama mit Problemen zu kämpfen. Nur zehn Monate vor der Präsidentenwahl warf William Daley, Stabschef im Weißen Haus, das Handtuch. Obama ließ den Washington-Insider nur höchst ungern ziehen - er war einer seiner engsten Berater. Nachfolger wird der derzeitige Budgetdirektor des Weißen Hauses, Jacob Lew.

Die Vorwahlen im Neuengland-Staat New Hampshire ist die zweite Rund von insgesamt 50 Vorwahlen. «Es sieht so aus, als führt kein Weg an Romney vorbei», sagte ein Wähler in Manchester. «Trotzdem gebe ich meine Stimme für Santorum ab», fügte der 71-jährige John Ruggerio hinzu. Santorum, ein strikt konservativer und stark religiös ausgerichteter Bewerber, hatte sich vor einer Woche in Iowa nur knapp mit Platz zwei begnügen müssen - er lag lediglich um acht Stimmen hinter Romney.

In New Hampshire wurde praktisch nur noch über die Höhe des Romney-Sieges gerätselt. Offen war, wer als zweiter ins Ziel kommt. Traditionell wurde die Abstimmung gleich nach Mitternacht in dem kleinen nordöstlichen Bundesstaat im Minidorf Dixville Notch eröffnet. Hier teilten sich Romney und der Exgouverneur von Utah, Jon Huntsman, mit je zwei Stimmen den Sieg, der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul und der frühere Präsident des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, kamen auf je eine Stimme.

Erste aussagekräftige Ergebnisse wurden in der Nacht zum Mittwoch (MEZ) erwartet. Allerdings gibt es immer mehr Hinweise, dass es auf Romney zulaufen dürfte, am 6. November gegen Obama im Rennen um das Weiße Haus anzutreten.

Denn auch bei den entscheidenden Vorwahlen in South Carolina (21. Januar) und Florida (31. Januar) liegt Romney im Durchschnitt der Umfragen klar vorn, wie die Polit-Webseite realclearpolitics.com errechnete.

Es könnte nach Ansicht von Experten gut sein, dass er bereits Ende Januar die Kandidatur so gut wie in der Tasche hat. Zwar herrscht in der konservativ-populistischen Tea-Party-Bewegung weiter keine große Begeisterung über Romney, einen Mormonen und erfolgreichen Geschäftsmann. Aber laut Umfragen räumen ihm die Republikaner die größten Chancen ein, im Rennen gegen Obama zu gewinnen.

US-Präsident Obama verkündete den Abschied seines Stabschefs am Montag (Ortszeit) selbst. Politische Gründe dafür nannte er nicht. Der 63-jährige Daley wolle künftig in seiner Heimatstadt Chicago mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte Obama. Zuerst habe er dem Rücktrittsgesuch nicht zustimmen wollen. «Aber die Verlockung unserer gemeinsamen Heimatstadt war zu stark.»

In US-Medien wurde unterdessen darauf hingewiesen, dass Daley in seinem Amt in Washington nie richtig Fuß gefasst und bereits seit einiger Zeit eine Reihe von Aufgaben delegiert habe. Obama hatte den als Mann des Ausgleichs geltenden Daley seinerzeit ins Weiße Haus geholt, um dabei zu helfen, die Blockadepolitik der Republikaner im Kongress zu überwinden. Das war aber nicht gelungen.

Der neue Stabschef Jacob Lew habe sein «absolutes Vertrauen», sagte Obama und hob vor allem den wirtschaftlichen Sachverstand des 56-Jährigen hervor: «Sein wirtschaftlicher Rat ist unschätzbar.» Jacob Lew hatte zuletzt im Außenministerium in Washington gearbeitet und war bereits Budgetdirektor unter Präsident Bill Clinton gewesen. Daley hatte erst im Januar 2011 Rahm Emanuel ersetzt, der Bürgermeister von Chicago wurde.

Regierung / Personalien / USA
10.01.2012 · 20:29 Uhr
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